P E R U

Titicacasee

Dienstag, der 4.9.2012

Um 6:30 Uhr trafen wir drei uns zum sehr großen Frühstücksbüfett.

PunoPuno

Und um 7:15 Uhr wurden wir im Hotel zu unserer Titicacasee-Rundfahrt abgeholt. Sie kostete 58 US$ pro Person, die sich lohnten. Gebucht hatte Jürgen für uns eine Gruppentour mit 8 bis 15 Teilnehmern, denn eine Privattour wäre viel teurer gewesen und wir hätten auf einem kleineren, langsameren Boot mehr Zeit auf dem Wasser verbringen müssen und nicht auf den Inseln. Wir waren aber alle drei  angenehm überrascht, als uns die Reiseleiterin abholte und sie nur für uns drei zuständig war. Auf dem Schiff fuhr außer uns noch eine ca. 6-köpfige Gruppe Italiener mit ihrem eigenen Führer mit. So war das also mit den 8 bis 15 Personen gemeint.

Ausflug auf den Titicacasee

Auf der Karte: Ausflug auf den Titicacasee, auch als kmz-Datei zum Herunterladen:
kmz-Datei für Google Earth zum Herunterladen

Titicacasee:

Der Titicacasee liegt auf einer Höhe von 3810 Metern. Er ist Amerikas neuntgrößter und Südamerikas größter natürlicher See und der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Er ist gute 15 Mal so groß wie der Bodensee. Der Wasserspiegel sinkt im Winter, da es kaum regnet. Der See ist 194 km lang und an der breitesten Stelle 80 km breit. Den See teilen sich die Länder Bolivien und Peru. Im See liegen viele Inseln, deren Bewohner von Fischerei, Weberei und Ackerbau leben. Am bekanntesten sind die Uros, die auf ihren zur Zeit 40 schwimmenden, aus Totora-Schilf gebauten Inseln leben.

Bei den UrosBei den Uros

Zuerst passierten wir dichtes Schilf, um zu einer der schwimmenden Inseln der Uros zu gelangen. Diese Bewohner leben familienweise auf ihren Inseln, die sie fest verankern, aber sie können auch bei Nachbarstreitigkeiten ihre Anker lichten und sie an anderer Stelle wieder setzen. Praktisch, nicht? Wir besuchten so eine Insel. Ihre Bewohner zeigten uns wie nützlich und vielseitig ihr Schilf ist, man kann es zum Hüttenbau, Inselbau und die weißen Enden auch zum Essen verwenden. Sah ein bisschen wie Lauch aus, schmeckte nach nichts. Auch die Haustiere fraßen das Schilf.

Bei den UrosBei den Uros

Dann zeigten sie uns ihre Handwerkskunst, was Männer und was Frauen herstellen. Auf ihren Matten in ihren Hütten schlief nachts die ganze Familie zusammengekuschelt, um bei den oft herrschenden Minustemperaturen nicht zu frieren. Täglich werden die Inseln von Versorgungsbooten angefahren, die einen ganzen Lebensmittelladen an Bord haben. Unsere Führerin erklärte uns auch die Nachteile dieses Insellebens. Die Frauen bewegen sich kaum von der Insel und üben nur sitzende Tätigkeiten aus, was man ihrer Figur leider auch ansieht. Durch die nächtliche Kälte leiden auch viele unter Rheuma.

Bei den UrosBei den Uros

Bei den UrosBei den Uros

Mit einem komfortablen Schilfboot wurden wir auf dem See von dieser Insel zu einer größeren Insel gefahren, aber erst, nachdem wir singend von den Frauen verabschiedet wurden.

Bei den UrosBei den Uros

Auf der Fahrt passierten wir eine Insel mit der Krankenstation, auf der täglich ein Arzt anwesend ist. Auf der nächsten angesteuerten Insel befanden sich Hütten für Gäste zum Übernachten, ein Lebensmittelladen, Restaurant, öffentliche Toiletten und ein Fischbecken mit Forellen. Das war alles sehr interessant, wie die Uros leben.

Krankenstation der UrosIsla Taquile

Uros:

Aus dem Reiseführer: Die Uros bauten vor Jahrhunderten auf der Flucht vor feindlichen Völkern diese einzigartigen, schwimmenden Inseln. Die älteste der Inseln ist 160 Jahre alt. Die Uros halten sich für das älteste Volk der Erde, das vor der Sonne existierte. Sie konnten weder ertrinken, noch vom Blitz getroffen werden. Nachdem sie sich mit den Aymara mischten, verloren sie ihren übernatürlichen Status. Heute sprechen sie Aymara.

Nach dem Besuch der schwimmenden Inseln fuhren wir zur 35 km von Puno entfernten Insel Isla Taquile. Wir starteten unsere Tour an einem Ende der Insel, wo wir sogar den Bürgermeister bzw. den gewählten Vorstand der Insel trafen.

Isla TaquileIsla Taquile

Über die gesamte Insellänge führte unser Spaziergang. Unsere Reiseleiterin zeigte uns einige typische Pflanzen und erklärte deren Verwendung als Medizin oder Lebensmittel. Sie erzählte uns über den Terrassenanbau. Hauptsächlich werden Kartoffeln angebaut. Die Blicke von hier auf den See waren grandios, man konnte sich mühelos gedanklich auf eine Mittelmeerinsel versetzen, blaugrünes Wasser, blauer Himmel mit wenigen Wölkchen, Steine, Pflanzen...

Isla TaquileIsla Taquile

Isla TaquileIsla Taquile

Isla TaquileIsla Taquile

Auf der Hauptplaza angekommen hatten wir Muße uns selber ein bisschen umzusehen. Es gab ein paar geöffnete Shops, Restaurants, ein Rathaus, einen Markt, vor dem strickende Männer saßen, wofür diese Insel auch bekannt ist.

Isla TaquileIsla Taquile

Nun wanderten wir Richtung Anlegesteg auf der anderen Seite der Insel. Auf halben Weg dorthin kehrten wir in einem Restaurant ein, wo wir und auch die italienische Gruppe verköstigt wurden.

Isla TaquileIsla Taquile

Es gab Gemüsesuppe, Forelle mit Reis und Pommes und Muña-Tee (lat. Minthostachys Stetosa), der zur besseren Verdauung dienen soll.

Isla TaquileIsla Taquile

Nach dem Essen zeigte unsere Reiseleiterin uns die typische Tracht der Inselbewohner. Für einen Außenstehenden ist es gar nicht so einfach zu erkennen, was man an so einer Tracht alles ablesen kann, je nach Muster, Verarbeitung, Tragart...

Isla TaquileIsla Taquile

Ein Familienmitglied zeigte uns, wie man aus einer bestimmten Pflanze Waschlotion herstellen kann, um damit Haare und auch Wäsche zu waschen.

Isla TaquileIsla Taquile

Als sie uns auch noch ihren typischen Tanz vorführten, mussten Manfred und auch Jürgen daran glauben und mittanzen. Zu guter letzt durften wir noch ihren Wohnraum und ihre Küche besichtigen. Die Hütten wurden ohne Fenster gebaut, damit sie innen nicht auskühlen über Nacht.

Isla TaquileIsla Taquile

Isla Taquile:

Die Insel gleicht in der Form einer Echse. Auf ihr leben ca. 1000 Einwohner und es herrscht ein sehr strenges Regiment. Ihre Bewohner leben in Häusern, aus Lehmziegeln errichtet, wobei Kinder, Eltern und Großeltern oft in eigenen Hütten wohnen (1 Haus = 1 Zimmer). Die Küche ist wieder ein eigenes Haus. Die Bewohner leben von den täglichen Besuchern, ihrer Handarbeit und ihrem Ackerbau. Die Männer stricken ebenso wie die Frauen weben.

Isla TaquileIsla Taquile

Isla TaquileIsla Taquile

Dann ging es wieder zurück, gegen 16 Uhr erreichten wir unser Hotel. Das war ein wunderschöner, erlebnisreicher und interessanter Tag.

Rückfahrt nach PunoRückfahrt nach Puno

Manfred und ich bummelten durch die Fußgängerzone, gönnten uns im Hotel im Restaurant im 6. Stock einen Pisco sour und gingen dann mit Jürgen zum Essen. Jürgen aß zur Feier des Tages Lomo Saltado, Manfred und ich Pizzas.

Wetter: Schön, gefühlte 18 - 20°C mittags.


19. Tag - Fahrt nach Arequipa --->

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