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Südtirol / Vinschgau

 
Donnerstag, 21. September 2006
 

Bärbel kam uns heute schon mit den Worten entgegen, dass ihre Knie leider dick wären, sie wollte heute mit Wandern aussetzen und lieber durch Meran bummeln. Das fand ich sehr schade, aber verständlich.

Die einzigen anderen Gäste des Hotels, ein Pärchen in unserem Alter, saßen meistens ein paar Minuten vor uns beim Frühstück. Heute Morgen hatten beide ihre Teller voller aufgeschnittener Vinschgerl liegen, die sie offenbar als Brotzeit für mittags schmierten. Das fand ich ja ganz schön frech, uns die Vinschgerl, den Käse und die Wurst wegzuessen, es lag nämlich für uns drei zusammen nur noch ein Vinschgerl, 5 Scheibchen Käse und ein paar Rädle Wurst dort. Zwar reichte uns das, da Bärbel weder Wurst noch Käse aß und wir beide keine Vinschgerl, aber ich fand die Art und Weise unverschämt, sich auch noch Brote für unterwegs zu schmieren, um sich das Mittagessen zu sparen. Aber ich will nicht gleich schlecht denken, wahrscheinlich haben sie erstens die Wirtin vorher gefragt und zweitens muss man ja irgendwo sparen, wenn man seinen Mercedes aus … finanzieren will :-))))). Das Bundesland … habe ich herausgenommen.

Wir setzten Bärbel an der Bahn in Naturns ab, sie fuhr nach Meran, während wir über Tabland bis 300 Höhenmeter unter der Tablander Alm parkten. Die Straße verlief recht abenteuerlich, erst geteert, dann ungeteert, zum Glück begegnete uns keiner.

 
Anfahrtsplan zum Wanderstartpunkt zu den Zirmtalseen
Anfahrtsplan zum Wanderstartpunkt zu den Zirmtalseen
 
Bis zur Tablander Alm wanderten wir einen Forstweg entlang, immer im Schatten, leicht ansteigend, mit Blicken auf das Vinschgau. Nach einer Stunde erreichten wir die Tablander Alm. In der warmen Stube saßen wir ganz alleine, der Wirt erzählte uns, dass sie nur noch eine Woche die Alm bewirtschafteten, dann wäre die Saison vorbei. Übrigens haben sie hier oben ihr eigenes Wasserkraftwerk, zur Stromerzeugung. Was zuviel erzeugt würde, wird verheizt im wahrsten Sinne des Wortes in der Heizung.
 
Wanderung zu den Zirmtalseen
Wanderung zu den Zirmtalseen
 
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Tablander Alm Die Tablander Alm in 1758m Höhe
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Tablander Alm Die Tablander Alm in 1758m Höhe
 
Nun verlief der Weg ca. eine Stunde sehr steil bergan, bis auf 2100 Meter, hauptsächlich im Wald, auf sehr schmalen Steig, dass es uns die Schweißperlen aus den Poren trieb. Bei einer Tränke an der Baumgrenze wechselte die Landschaft von Gebüsch zu Felslandschaft mit Geröll und der Weg wurde etwas flacher. Von Alpenvereinszeichen zu Alpenvereinszeichen hangelten wir uns über die Geröllfelder. Bei Nebel möchte ich hier nicht gehen, man fand ja bei Sonnenschein nur mühsam die Zeichen und einen ausgetretenen „Weg“  gab es nicht. Manfred entdeckte plötzlich Gemsen. Toll, danach hielt ich schon die ganze Zeit Ausschau! Und dann sah ich gleich noch zwei.
 
Auf dem Weg zu den Plombodenseen Gemsen
Manfreds Arm ist fast abgestorben bis ich
endlich den Auslöser gefunden habe ;-)
Gemsen in der Ferne
 
Nun noch einmal steil ansteigen zu einer Scharte, hinter der man den, auf 2400 Meter Plombodensee idyllisch liegen sah. So eine Ruhe wie hier erlebte man selten, kein Geräusch war zu hören, nur unseren eigenen Atem.
 
Kurze Fotorast bei den Plombodenseen 2468 Meter hoch
16 Grad Celsius
Kurze Fotorast bei den Plombodenseen
 
Weiter ging’s über die nächste 2550 Meter hoch gelegene Scharte und nun sehr steil bergab zu den Zirmtalseen. Das ging in die Beine! Man durfte nicht daneben treten, zur einen Seite ging es senkrecht runter und auf dem Weg rutschte man sehr schnell auf den kleinen Steinchen aus. Unten bei den Zirmtalseen trafen wir die ersten Menschen. Ich baumelte meine Zehen ins eisige Wasser, das konnte ich mir nicht verkneifen, war auch sehr erfrischend. Weiter verlief der Weg zuerst noch eine Viertelstunde bergauf, dann wieder steil bergab zur Altalm und dann den Forstweg zum Auto hinab.
 
Zirmtalseen Endlich Schuhe aus!
Zirmtalseen Endlich Schuhe aus!
 
Höhenprofil
Höhenprofil unserer Wanderung heute
 

Bärbel war inzwischen auch zu Hause, ihr gefiel es wohl recht gut in Meran. Wir schmausten wieder in unserer Wirtschaft.

Wanderzeiten:
Parkplatz unterhalb der Tablander Alm (1492 Meter) - Tablander Alm: 55 Minuten
Tablander Alm (1758 Meter) - Tränke: 1 Stunde
Tränke (2171 Meter) - 1. Scharte: 1 Stunde 30 Minuten
1. Scharte (2482 Meter) - 2. Scharte: 30 Minuten
2. Scharte (2563 Meter) - Zirmtalseen: 1 Stunde 15 Minuten
Zirmtalseen (2178 Meter) - Altalm: 45 Minuten
Altalm (1849 Meter) - Parkplatz: 45 Minuten
Gesamtwanderzeit: 6 Stunden 40 Minuten
Höhenunterschied: 1071 Meter

Wetter:
Schön, Temperatur morgens 11°C, mittags auf Wanderhöhe: 13 bis 17°C.

 
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