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Südtirol - Naturns im Vinschgau

 

3. Mai bis 10. Mai 2008 / Teil 2 von 4

 
Montag, 5. Mai 2008
 

Heute Morgen beschlossen wir nach dem leckeren Frühstück nach Vernagt, an den Vernagtstausee im Schnalstal zu fahren und den See großräumig zu umwandern, auf der Südseite bis kurz vor Kurzrass hin und auf der Nordseite über die Finailhöfe zurück. Die Sonne strahlte wieder aus allen Löchern. Wir nahmen uns genügend Getränke mit, 1,5 Liter zusammen und zwei Müsliriegel.

 
Übersicht Wanderungen
Heute starten wir die schönste Wanderung: Nummer 2/6
 
Auf der Höhe von ca. 1700 Metern stellten wir unser Auto am See ab. Außer uns standen hier nur Autos von Anglern. Der See war fast leer, das riesige Überlaufrohr ragte weit daraus empor. Der Weg führte zuerst über die Staumauer, auf deren einen Seite der See lag, auf der anderen Seite weideten Schafe. Dann ging es in den Wald, mal weiter oberhalb des Sees, mal direkt am See entlang. Nach einer Stunde zweigte der Weg 13a vom Seerundweg, Richtung Kurzrass ab.
 
Start Vernagtstausee
Start in Vernagt (große Runde um den Stausee bis Kurzrass)
 

Je höher wir wanderten, desto häufiger mussten wir Schneefelder überqueren. Meistens war der Schnee so hart, dass man gut darauf laufen konnte, doch einmal versank Manfred bis zum Oberschenkel. Gut für mich, das er voraus ging, so konnte ich die Schritte in denen er versank, meiden. Nach insgesamt 2 1/4 Stunden mit Fotopausen zweigte auf einer Lichtung, kaum gekennzeichnet der Weg Nr. 5 nach rechts zur anderen Talseite ab. Kurzrass war schon in Sichtweite, die Gletscherbahn war bis zum 13. Juni außer Betrieb.

 
Kurzrass
Selbstauslöser kurz vor Kurzrass
 
Wir querten ein Feld mit tausenden von Krokussen und Anemonen bis wir die Straße erreichten, der wir 10 Minuten aufwärts folgten. Es herrschte kaum Verkehr.
 
Anemonen
Anemonen
 

Dann zweigte unser Weg Nr. 7 nach rechts ab auf eine Wiese. Irgendwie fanden wir den schlecht gekennzeichneten Weg, als Manfred plötzlich ein Murmeltier entdeckte, und noch eins und noch eins. Eine ganze Familie! Leider waren sie so weit entfernt, dass ich auch mit meinem 10 fach Zoom nur verwackelte Fotos schoss, vielleicht auch vor Begeisterung. Der Weg wurde dafür immer schöner. Er führte mal über Almwiesen, mal über Geröll, durch Wald, mal musste man etwas klettern, unter uns rauschte Wasser in den Vernagtstausee. Anfangs hielten wir das für Autoverkehr, aber so stark können 5 Autos in der Stunde auch nicht rauschen.

 
Vernagtstausee
Blick zum Vernagtstausee (kurz vor den Finailhöfen)
 
Plötzlich entdeckte ich zwei Rehe unter uns, wie sie ganz aufgeregt davon schossen und wenig später konterte Manfred mit einer Gams, die unseren Weg querte und steil und lautlos nach oben hüpfte. Schon war sie fort! Nach einer Weile hörten wir die nächsten Murmeltiere. Eins beobachtete uns von einem Stein und stieß laute Warnpfiffe aus. Während wir warteten, entdeckte ich weit oben am Hang eine weitere Gams. Mensch toll - was für eine Tierausbeute! Kurz vor dem Finailhof, der nun in Sicht kam, wieder Murmeltiere.
 
Gemse Murmeltier
Gams Murmeltier
 

Im Finailhof, der ganz einsam und idyllisch dalag, legten wir eine Pause ein. Zwar dachten wir, sie wäre nicht bewirtschaftet, die Tür war geschlossen, kein Mensch zu sehen, aber zum Glück kam uns die Wirtin entgegen.

 
Marende im Finailhof
Marende im Finailhof
 

Wir genossen auf der Terrasse mit Blick zum Vernagtstausee, der tief unter uns lag, eine Marende, bestehend aus Speck, Käse, Kaminwurz, und Vinschgerl. Anschließend probierten wir noch den selbstgebackenen Kuchen der Wirtin - sehr lecker! Hier kann man es aushalten. Die Wirtin erzählte uns, dass die Murmeltiere seit ca. 2 Wochen aus ihren Bauten gekommen sind, jedenfalls hörten sie die Tiere seitdem pfeifen .

Auf der restlichen Strecke bis zum Auto lief uns ein Murmeltier fast über die Füße, aber sie sind so flink, dass man sie fototechnisch kaum erwischt. Nach insgesamt 7 Stunden mit Vesperpause und vielen Fotopausen, erreichten wir das Auto. Auf der gesamten Wanderung trafen wir nicht einen einzigen Wanderer, das ist uns bisher noch niemals passiert. Wahrscheinlich auch deshalb die hohe Ausbeute an Tieren.

Gehzeiten:
Start Vernagtstausee (1697m) - Abzweigung 13a (1718m): 1 Stunde,
bis Abzweigung 5 (1962m): 1 1/4 Stunden,
Höchster Punkt auf Weg 7 (2047m): 1 3/4 Stunden,
Finailhof (1949m): 1 Stunde,
Ziel (1697m): 1 Stunde
Gesamtgehzeit ohne Pause: 6 Stunden
Wetter: schön, zwischen 11°C und 16°C (im Tal natürlich wieder wärmer).

Abends setzten wir uns in die Bar des Fallrohrhofs und wollten nur eine Kleinigkeit essen, die entpuppte sich aber jeweils als Riesenportion. Manfred aß Speckplatte und ich Käsebrot, beides war kaum zu bewältigen. Hier plauderten wir noch ein wenig mit der Wirtin und anderen netten Gästen aus dem Kölner Raum.

 
 
Dienstag, 6. Mai 2008
 

Das Wetter sah heute super aus, obwohl es da kaum noch Steigerungen gab. Wir beschlossen das Pfossental, ein Seitental des Schnalstals zu besuchen. Der Parkplatz beim Vorderkaser (1693m) war ungewohnt leer.

 
Übersicht Wanderungen
Unsere Pfossentalwanderung ist mit Nummer 3 gekennzeichnet
 
Hier starteten wir auf einem breiten Wanderweg, rechts und links säumten steile Felsen unseren Weg. Diesmal zog ich mir noch eine Lage mehr als gestern an, da das Thermometer nicht über 10 °C kletterte, also oben herum Unterhemd, Bluse, Fleecejacke und Anorak. Der Anorak erwies sich aber als überflüssig, denn beim Wandern wurde einem schnell warm, auch im Schatten, da es leicht bergauf ging. Am Ziel saßen wir in der Sonne und auf dem Rückweg fiel ins ganze Tal die Sonne.
 
Pfossental
Anfangs war es sehr schattig im Pfossental. Ich halte mal wieder Ausschau nach Gemsen
 
Pfossental
Vereinzelt lagen die Temperaturen noch unter 0 Grad
 
Immer nach Murmeltieren Ausschau haltend, schlichen wir vorsichtig weiter. Wir entdeckten keine, aber man muss ja nicht täglich Murmeltiere treffen :-)
 
Pfossental
Life sahen wir diesmal keine Murmeltiere
 
Diese Wanderung macht immer wieder Spaß, es ist ein schönes Tal, umgeben von Felsen, Wiesen, im Hintergrund die schneebedeckten Berge und ein rauschender Bach unten am Fuße des Tals. Hier waren einige Wanderer unterwegs, aber es war nicht zu überlaufen.
 
Pfossental
Unterwegs im Pfossental
 

Im Eishof, den wir nach 1 3/4 Stunden erreichten, genossen wir die Sonne vor der Hütte. Die Wirtin erzählte uns, dass sie erst seit Samstag hier oben wären und schon viele Murmeltiere gesehen hätte, sie hätten sogar fast eins überfahren. Sie meinte auch jetzt in der Ferne eins mit bloßem Auge zu erkennen, aber nachdem wir mit dem Feldstecher ewig suchten und keins entdeckten, glaubten wir ihr nicht so recht.

 
Pfossental
Eishof (gleich links neben der Tür sitze ich)
 

Da wir fast verbrannten in der Sonne, brachen wir bald wieder auf und wanderten in 1 1/2 Stunden zum Auto zurück. Auf der Fahrt sahen wir plötzlich ein aufgeregtes Reh, was nicht so schnell wusste, wohin es ausweichen sollte, aber es entschloss sich schließlich den Abhang hinunter zu springen.

Gehzeiten:
Vorderkaser (1693m) bis Mitterkaser (1954m): 1 Stunde,
über Rableid Alm (2004m) zum Eishof (2071m): 40 Minuten,
zurück zum Auto: 1 Stunde 25 Minuten
Gesamtgehzeit: 3 Stunden 5 Minuten
Wetter: sonnig (brauch ich eigentlich gar nicht mehr zu schreiben, es war die ganze Woche schön und täglich wurde es wärmer).

Abends bummelten wir noch durch Naturns und aßen wieder Pizza im Hofer. Bevor wir uns auf den Balkon setzten, marschierte Manfred zur Wirtin, um uns etwas zum Trinken zu besorgen. Herauf kam er mit einem ganzen Tablett Wein, Speck und Brot. Die Portion, die als halbe Portion bezeichnet wurde, bestand aus fünf 1/2 cm dicken Scheiben Speck!!! und zwei Doppelvinschgerln, einem Brötchen und Knabberstangen! Das war eine Superidee - schmeckte wirklich lecker im Freien zum Wein. Bin gespannt, wie gemästet wir aus dem Urlaub kommen :-)

 
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