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Sonntag, 12. September 2010
 

Was für ein leckeres Frühstück heute Morgen! Das war die perfekte Grundlage für unsere geplante Wanderung bei diesem herrlichen Wetter. Es gab zu meiner großen Freude viele Kuchensorten und zu Manfreds Freude gab es leckeren Südtiroler Speck. Frau Schwienbacher gut aufgelegt wie immer, trieb ihre Späßle mit den Hausgästen. Na, wenn das nicht gute Laune verbreitete :-)))

Nun aber los, wir planten heute unsere Lieblingstour zu den Zirmtalseen. Mit neuer Wanderkarte gut gerüstet, so dachten wir, fuhren wir nach Tabland. Hier suchten wir, wie es in unserer Wanderkarte verzeichnet war, nach dem Weg Nummer 4, der uns zum Parkplatz unterhalb der Tablander Alm führen sollte. Plötzlich landeten wir auf Weg Nr. 5, hatten wir die Straße verpasst oder waren wir zu früh abgebogen? Also noch mal zurückgefahren und nochmals auf die Suche begeben. Schließlich suchte ich meine alte Kompasskarte, nach der gibt es gar keinen eigenen Weg Nr. 4, Nr. 5 wäre richtig gewesen. So was Blödes, aber nun fanden wir die Straße. Als Tipp: Nicht über Tabland den Wanderparkplatz zur Tablander Alm suchen, sondern bis Tschars auf der Reschenstraße bleiben, dort an der Ampel am Bahnhof abbiegen und zur Tablander Alm fahren. Den Weg kann ich leider nicht genau beschreiben, da wir ihn nur rückwärts von der Tablander Alm her kennen.

Lange Rede kurzer Sinn, ein sehr schmales Teersträßchen führte uns bis auf eine Höhe von ca.  1200 Metern, die restliche Strecke wurde die Straße ungeteert. Auf einer Höhe von 1490 Metern liegt ein, in den letzten 4 Jahren, neu angelegter Parkplatz, von dem aus wir starteten.

 


Zirmtalseen auf einer größeren Karte anzeigen

 
Wanderparkplatz zur Tablander Alm Ein schon etwas bemoostes Schild zur Tablander Alm
Der neue Wanderparkplatz zur Tablander Alm Ein schon etwas bemoostes Schild
 

Unter Lärchen und Tannen wanderten wir die erste Stunde, auf einer für Autos gesperrten Straße, gemütlich und Ausblicke genießend zur Tablander Alm hinauf, die noch bewirtschaftet war. Da wir mangels leerer Getränkebehälter nur 1,5 Liter für uns beide mitgenommen haben, nahmen wir hier schon mal jeder einen halben Liter Flüssigkeit zu uns (Himbeersaft). Auf dieser Alm trafen sich heute am Sonntag viele Einheimische.

 
Tablander Alm Tablander Alm
Erstes Etappenziel die Tablander Alm
 

Weiter ging es nun sehr steil den Berg hinauf, schließlich mussten wir Höhenmeter gewinnen. Der gut markierte Pfad führte uns zwischen Fichten, Preisselbeeren, Alpenrosen, Büschen, deren Blätter sich rot verfärbten und über Felsen, aufwärts. Der Wald wurde lichter, schließlich erreichten wir bei einer Quelle die Baumgrenze und man sah ganz toll, zwischen den Geröllfeldern, die rot verfärbten Büsche. Was für ein herrliches Panorama! Das Vinschgau lag vor uns ausgebreitet von Kastellbell bis fast Meran. Im gegenüberliegenden Schnalstal erblickten wir Katharinaberg, wo wir neulich mit meiner Schwester gewandert sind. Natürlich sah man auch die Gletscher des Schnalstals weiß rüberspitzeln.

 
Nach der Tablander Alm wirds steiler Langsam erreichen wir die Baumgrenze
Nach der Tablander Alm wird's steiler Langsam erreichen wir die Baumgrenze
   
Treglen Quelle auf 2174 Meter

Ab der Quelle ging es nun mal senkrecht, mal flacher aufwärts von Markierung zu Markierung, den Weg suchend, über Steine hinweg. Ich hielt immer nach Gemsen und Murmeltieren Ausschau, sah und hörte aber keine. Schließlich erreichten wir die erste Scharte und die Blicke zur anderen Seite, dem Ultental und den dahinter liegenden Bergen bis zu den Dolomiten wurde frei.

Nun erspähten wir auch die idyllisch in einer Senke liegenden Plombodenseen. Das heißt man sah einen, die beiden anderen lagen etwas versteckter, unterhalb. Hier bemerkten wir übrigens die ersten Wanderer auf der Strecke zwischen der Tablander Alm bis hier, sie lagerten mit mitgebrachten Decken am See. Was für eine herrliche Hochebene!

 

<-- Treglen Quelle auf 2174 Meter

 
Was uns beeindruckte, dass man auf 2460 Meter Höhe noch Vieh hielt, denn man sah hin und wieder Kuhfladen hier oben. Ich kühlte in dem frischen Bergsee meine Füße – ah – das tat gut! Bevor wir weiterwanderten, zeigte mir Manfred noch einen zweiten Plombodensee, er hatte ihn, derweil ich meine Füße kühlte, ausfindig gemacht.
 
Wanderung zu den Plombodenseen Wanderung zu den Plombodenseen
Weit ist es nicht mehr zu den Plombodenseen
 
Plombodensee Plombodensee
Einer der Plombodenseen Schuhe aus und rein ins kalte Vergnügen
 
Nun gings weiter, immer höher auf über 2500 Meter zu einer Scharte, von der wir die andere Seite wieder sahen, bzw. hier hatten wir einen Rundumblick auf Berge in alle Richtungen, so weit das Auge reichte. Wäre die Erde nicht rund, so meinte Manfred, könnte man hier bis ans Ende der Welt blicken. Bevor es nun abwärts ging zu den Zirmtalseen, hielten wir noch ein Schwätzchen mit zwei älteren Südtirolern, die 200 Meter getrennt von ihren Frauen und Hunden ein Päuschen einlegten. Sie erzählten uns, dass unsere Chefin (Angela Merkel) gerade in ihrer Gegend ihren Urlaub verbracht habe mit 3000 Bodyguards. Und würde Berlusconi hier in der Gegend seinen Urlaub verbringen, sie würden nicht das Verlangen haben, ihn zu sehen und wäre er noch so nah - im Gegenteil.
 
Plombodensee nächste Scharte
Ein letzter Blick zurück zum Plombodensee Weiter geht's über die nächste Scharte
 

Kaum verließen wir die beiden, kamen die idyllisch zwischen Tannen gelegenen, 400 Meter tiefer liegenden Zirmtalseen in Sicht. Aber nun gings erst mal steil, über Geröll und Steine abwärts. Wir legten ein längeres Päuschen ein, ließen die schnellen Südtiroler vorbei hüpfen, die scheinbar an der Stelle, wo unsere Knie sitzen, Gummi haben, jedenfalls sprangen sie senkrecht hinunter. Weiter ging’s. Eine Frau, die wir vorbei ließen, die einzige Touristin die wir trafen, fragte uns, ob wir uns nicht heute Morgen beim Frühstück gesehen hätten. Manfred bestätigte das eifrig, weil auch er das dachte. Ich fragte sicherheitshalber, weil sie mir nicht bekannt vorkam, ob sie auch in Naturns wohnen würde, woraufhin sie antwortete, nein, in Tabland :-)

Kurz bevor wir die Geröllfelder und die steinige Landschaft verließen, hörten wir viele Murmeltierpfiffe. Aber sie kamen aus noch höheren Regionen, wir entdeckten sie nicht. Zum erstenmal seit wir die Zirmtalseen besuchten war Action an der neu aufgebauten Zirmtalhütte. Bisher hatte sie auf uns immer einen verfallenen und unbewohnten Eindruck gemacht, nun hörte man schon von weitem Goaßlschnalzen (Peitschenknallen), Ziehharmonika und Gegröle. Wir fragten ein uns entgegenhüpfendes junges Mädchen, was denn dort gefeiert würde. Sie meinte 50-jähriges Hüttenjubiläum. Um die Seen herum lagerten überall Leute.

 
Unten sieht man schon die Zirmtalseen Zirmtalsee mit Hütte
Unten sieht man schon die Zirmtalseen Zirmtalsee mit Hütte links
   
Geröllfeld hinunter zu den Zirmtalseen Langsam beginnt wieder die Vegetation
Geröllfeld hinunter zu den Zirmtalseen Langsam beginnt wieder die Vegetation
   
Weg zu den Zirmtalseen Weg zu den Zirmtalseen
 

Sowie wir die Zirmtalseen verließen, herrschte wieder völlige Ruhe. Es ging nochmals steil abwärts zur 400 Meter tiefer gelegenen Altalm, wo wir uns etwas zu trinken leisteten, die restliche Stunde wanderten wir auf dem Fahrweg, der Zufahrtsstraße der Altalm hinunter zur Tablander Alm.

Was für eine herrliche Wanderung!

 
Zirmtalsee ohne Angler Zirmtalsee mit Anglern
Zirmtalsee Gemütliches Angelplätzchen am See
   
Von Zirmtalseen zur Altalm Einer der vielen Pilze am Wegesrand
Steil abwärts geht's zur Altalm Einer der vielen Pilze am Wegesrand
 

Auf dem Parkplatz standen außer uns noch fünf Autos. Diesmal nahmen wir die Straße nach Tschars hinunter zur Reschenstraße. Kurz vor dem Tunnel vor Naturns entdeckte Manfred, dass sich nichts bewegte, kein Gegenverkehr und die Autos standen im Tunnel, aber die Ampel zeigte auf grün. Manfred wendete ebenso wie sein Vorder- und Hintermann und fuhr nach Naturns hinein. Hier staute es sich leider auch schon, so dass wir das Auto kurzerhand abstellten und beschlossen gleich hier etwas zum Abendessen zu suchen. Nach erfolgloser Suche in zwei Lokalen, beide waren stoppenvoll, ergatterten wir im Rathaus Cafe draußen den letzten Tisch. Das haben wir bisher noch nie erlebt, 19 Uhr bis 20 Uhr ist wohl für alle die Hauptabendessenszeit. Manfred schmauste Zigeunerpizza, ich Pizza Hawaii, beides sehr lecker. Übrigens ist das Bier in Südtirol recht teuer, im Gegensatz zum Hauswein. Meistens kostet ein Weizen 0,5l - 3,60 bis 4,00 Euro, ein Radler mit hiesiger Biersorte (Forst) nur wenig darunter, ein Hauswein 0,5l - 5 Euro. Der Stau hatte sich zum Glück nach dem Essen aufgelöst. Die letzten 2 Stunden ließen wir auf dem Balkon ausklingen.

Wanderzeiten:
Parkplatz unterhalb der Tablander Alm (1466m) – Tablander Alm (1758m): 0:50 Stunden,
Tablader Alm – Treglen Quelle (2174): 1:00 Stunden,
Treglen Quelle - Plombodenseen (2488): 1:00 Stunden,
Plombodenseen - Scharte (2570): 0:20 Stunden,
Scharte – Zirmtalseen (2178): 1:30 Stunden
Zirmtalseen – Altalm (1741m): 0:45 Stunden,
Altalm – Parkplatz: 0:45 Stunden,
Gesamtwanderzeit: 6h 10m,
höchster Punkt: 2570 m,
tiefster Punkt: 1466 m,
Höhendifferenz: +1400 m, -1400 m,
zurückgelegte Strecke: 14,5 km.

Wetter:
Sonne pur, am Abend zogen leichte Wolkenfelder auf.
Temperaturen tagsüber auf dem Berg 10°C bis 18°C, unten 25°C.

 
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