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Mittwoch, 15. September 2010
 

Heute Morgen lag das Vinschgau wieder im strahlenden Sonnenschein. Frau Schwienbacher sorgte wieder für gute Laune bei ihren Gästen, indem sie den gefüllten Teller des Gasts von unserem Nebentisch, in dessen Abwesenheit rasch versteckte. Seine Frau konnte sich nur mühsam das Lachen verkneifen, während ihr Mann verwundert und suchend vor seinem Platz stehen blieb :-). Nebenbei: Beim Frühstück fiel uns auf, dass wir zwar keineswegs die ersten waren im Gegenteil, aber als erste fertig waren. Das hat mir mal meine E-Mailfreundin aus Australien geschrieben, dass ihrem Mann auffiel, dass Deutsche ewig lange mit Frühstück verbringen würden und wenn das Wetter draußen noch so schön ist – stimmt.

 


Vernagtstausee auf einer größeren Karte anzeigen

 

Wir beschlossen zum Vernagtstausee ins Schnalstal zu fahren. In 20 Minuten erreichten wir unseren Parkplatz am unteren Ende des Vernagtstausees. Es standen schon einige Autos dort, es war nicht so leer, wie wir es vom Frühjahr gewohnt waren. Der Stausee war recht gut gefüllt, fast bis zur Oberkante des Ablaufrohrs. Er lag recht malerisch zwischen den Bäumen in der Sonne, die schneebedeckten Berge spiegelten sich in ihm. Auf der Westseite starteten wir, zuerst über die Staumauer hinweg, dann Richtung Kurzrass der Kennzeichnung 13A folgend. Der Weg führte direkt am Stausee entlang, gegenüber spiegelte sich der Ort Vernagt im See und man sah auch schon bald die Finailhöfe oben am Berg liegen, wo wir eine kurze Rast einlegen wollten.

 
Vernagt Vernagtstausee
Wanderstart in Vernagt. Auch unser Auto soll einen schönen Ausblick haben :-)
 
Überlaufrohr im Vernagtstausee Hängebrücke auf der anderen Seeseite
Der See ist fast voll, man sieht es am Überlaufrohr Hängebrücke auf der anderen Seeseite
   
Der Hinweg am Stausee liegt noch im Schatten Manchmal führen die Wege über das Wasser
Der Hinweg am Stausee liegt noch im Schatten Manchmal führen die Wege über das Wasser
   
Als wir das See-Ende erreichten, führte der Weg bergan durch den Wald. Bei der Abzweigung rechts „Seerundweg“ und links „Kurzrass“ musste man Richtung Kurzrass aufwärts wandern. Der Seerundweg soll angeblich nicht so toll sein, er führt auf der anderen Seeseite direkt an der heute viel befahrenen Schnalstalerstraße entlang. Wir querten viele, viele Bächlein, manchmal über Brücken bis wir nach vielleicht zwei Stunden aus dem Wald auf freies Gelände traten.
 
Auf dem Vernagtstauseerundweg Auf dem Vernagtstauseerundweg
 

Hier legten wir ein kleines Trinkpäuschen ein. Weiter gut markiert wanderten wir zur Straße, die wir etwa 5 Minuten aufwärts Richtung Kurzrass folgten. Dann bog der Weg Nummer 7 rechts auf eine Almwiese ab. Nun ging es auf der anderen Straßenseite am Berg zurück.

 
Kurzrass kommt in Sicht Gletscherbahn-Bergstation oberhalb von Kurzrass
Kurzrass kommt in Sicht Gletscherbahn-Bergstation oberhalb von Kurzrass
 
Hier führte uns der Weg über eine sumpfige Wiese, die aber an den feuchtesten Stellen mit Brettern ausgelegt war. Es folgten Geröllfelder mit senkrecht aufragenden Felsen zur Linken. Das war der schönste Teil der Wanderung fand ich. Der Steig führte manchmal steil aufwärts, manchmal flach über Wiesen. Auf der anderen Seite der Straße am Bergrand konnte man unseren Weg, den wir heute Morgen gegangen sind, erkennen.
 
Auf der anderen Seeseite gehts nun zurück Wir querten Geröllfelder
Auf der anderen Seeseite geht's nun zurück Wir querten Geröllfelder
   
Kleine Rast mit herrlichem Blick Links oben liegen die Finailhöfe
Kleine Rast mit herrlichem Blick Links oben liegen die Finailhöfe
 

Nach weiteren ca. 1,5 Stunden erreichten wir die Finailhöfe. Erst hier bemerkten wir, wo sich die ganzen Menschen der parkenden Autos aufhielten, denn wir trafen kaum Wanderer unterwegs, auf dem Hinweg sogar nur einen. Die Finailhöfe waren also recht gut besucht, wir tranken nur kurz etwas und wanderten weiter nach Vernagt. Dieser Weg ist auch wunderschön. Von dem schmalen Pfad sah man schön den See unter uns glitzern. Auf dieser letzten Etappe mussten wir mehrere überholen, einschließlich einer Frau mit Sandalen, die ihre Stöcke nutzlos in der Hand hin und her wedelte und kaum den sandigen Felsen herunter wandern konnte. Auf einem Teersträßchen erreichten wir schließlich nach sechs Stunden mit Pausen unser Auto.

Wanderzeiten:
Parkplatz Vernagtstausee (an der Kapelle) (1693m) – kurz vor Kurzrass, wo man die Straße kreuzt (1970m): 2:30 Stunden,
Straßenseitenwechsel – Finailhöfe (1940m): 1:35 Stunden,
Finailhöfe – Parkplatz: 0:55 Stunden,
Gesamtwanderzeit: 5:00 Stunden,
höchster Punkt: 2046 m,
tiefster Punkt: 1672 m,
Höhendifferenz: +887 m, -887 m,
zurückgelegte Strecke: 15,5 km.

 
Blick von den Finailhöfen auf den Vernagtstausee Zurück nach Vernagt über Wiesen
Blick von den Finailhöfen auf den Vernagtstausee Zurück über Wiesen nach Vernagt
 

Wir kauften noch Zeitungen, tankten und relaxten im Fallrohrhof bis zum Grillabend, der hier heute stattfand. Das Internet funktionierte übrigens seit Montagmittag nicht mehr.

Der Grillabend wurde wieder ein gelungener netter Abend mit netten Mitgästen und der Gastgeberfamilie. Wie letztes Jahr gab es leckere Salate, wahrscheinlich von dem weiblichen Teil der Familie Schwienbacher gebastelt. Den Grill übernahm Herr Schwienbacher, es gab Pute, Steaks, Würstel. Die Kinder servierten Brot mit Kräuter- oder Knoblauchbutter. Der Sohn unterhielt uns zwischendurch mit ein paar Trompetenständchen. Wir unterhielten uns mit dem Paar, welches uns wegen unserer Internetseite angesprochen hatte unter anderem über Pizzeria Hofer. Wir stellten fest, dass Geschmäcker einfach verschieden sind. Ich habe in meinen Reiseberichten immer Pizzeria Hofer in Naturns hochgelobt, weil sie für unseren Geschmack die besten Pizzen überhaupt backen. Unsere Gesprächspartner probierten die Pizza auf unsere Empfehlung aus und waren enttäuscht. Sie empfahlen uns im Gegenzug den Gasthof Adler. Den werden wir wohl auch demnächst testen. Also liebe Leser, lasst euch nicht zu sehr von unserem Geschmack beeinflussen :-)

Nachtrag: Wir haben es leider nicht mehr geschafft den Adler zu testen, werden wir im nächsten Südtirolurlaub nachholen.

 
Grillabend im Fallrohrhof Grillabend im Fallrohrhof
Familie Schwienbacher schaffte es wie immer ihre hungrigen Gäste satt zu bekommen Der Junior sorgt für das Unterhaltungsprogramm
 

Wetter:
Sonne am Morgen, nachmittags zogen Wolkenfelder auf, aber es blieb trocken.
Temperaturen morgens: 11°C, tagsüber am Berg 16°C, in Naturns am Nachmittag 22°C.

 
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