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Dienstag, 31. Mai 2011
 

Heute Morgen wurden Manfred und auch ich später, jäh aus dem Schlaf gerissen. Wir haben ein ziemlich trampelhaftes und auch eingebildetes, wie sich beim Frühstück herausstellte, Paar mit Baby als Nachbarn. Das Baby weinte und war auch vergnügt neben unseren Schlafzimmern, was ja ganz normal ist für Babys, aber die Mutter musste unbedingt um 6 Uhr in der Früh laut klirrend Flaschen in den Flaschenmüll auf den Hof werfen, ganz nach dem Motto „Ich bin allein auf der Welt“. Was sollte das? Beim Frühstück gesellten sich die drei auch in den Frühstücksraum. Das Baby war sehr niedlich, aber die Eltern – eingebildet bis zum geht-nicht-mehr. Uns wurde das Theater dann doch ein bisschen zu viel, wir brachen auf. So Lästerstunde beendet :-) Wir spazierten zum Klobensteiner Bahnhof und fuhren mit der Rittner Bahn nach Oberbozen. Das war eine gemütliche Fahrt.

 
Bahnhof Klobenstein Unterwegs auf der Schiene nach Oberbozen
Abfahrt am Bahnhof Klobenstein Unterwegs auf der Schiene nach Oberbozen
 

Ab Oberbozen wanderten wir zuerst auf dem Panoramaweg nach Maria Himmelfahrt, wo uns auffiel, dass sehr viele Häuser leer standen, die Fensterläden waren geschlossen. Wir suchten unseren Weg abwärts vom Bahnhof Maria Himmelfahrt zum Weg 23, fanden ihn aber nicht. Manfred fragte eine Frau, die gerade am Wegesrand stand und ihr Pferd an der Leine saftiges Gras schmausen ließ. Sie beschrieb uns den Weg zurück, am Friedhof vorbei und am Bahnhof direkt einen Wiesenweg hinunter. Sie erklärte uns auch, warum die Häuser leer stehen würden, es wären hauptsächlich Sommersitze reicher Bozener, die im Hochsommer der Hitze Bozens entfliehen würden. Ach ja und sie erklärte uns auch, dass Keschtn Kastanien wären, da wir den Keschtnweg nach Unterinn wandern wollten, also ein Anschlussstück vor unserer Wanderung von Vorgestern.

 
Maria Himmelfahrt Maria Himmelfahrt
Wanderstart in Oberbozen Unterstell(sitz)möglichkeit bei Regenwetter
 

Wir fanden den hübschen Wiesenweg nach ihrer Beschreibung und wanderten ihn abwärts. Dann entschlossen wir uns zu Weg Nummer 6 im Wald abwärts, direkt unter der Seilbahn entlang, bis wir auf den Keschtnweg trafen.

 
Maria Himmelfahrt Maria Himmelfahrt
Maria Himmelfahrt Viele bunte Wiesen säumten unseren Weg
   
Maria Himmelfahrt Seilbahn nach Bozen
Maria Himmelfahrt Oben die Seilbahn nach Bozen
   
Auf dem Keschtnweg Kopfloser Manfred
Tausend Wegweiser... ...da kann man leicht zum kopflosen Manfred werden
   
Über ein Bächlein ... ... zu einer alten Mühle
Über ein Bächlein ... ... zu einer alten Mühle oder so
 
Kurz vor dem kleinen Örtchen Signat, wohl auch unserer tiefster Punkt der Wanderung, konnten man einen Blick auf die Erdpyramiden werfen.
 
Erdpyramiden Erdpyramiden
Erdpyramiden in der Ferne
 

In Signat erhielten wir einen schönen Blick nach Bozen. Leider war der Signater Hof wegen eines Trauerfalls geschlossen, so wanderten wir ein Teersträßchen 25 Minuten aufwärts zum Partschuner Hof, immer den Keschtnweg folgend. In dieser gemütlichen Jausenstation legten wir Rast ein mit Eigenbaurotwein, der besonders fruchtig schmeckte, Wasser, Kaiserschmarrn bzw. Spinatknödeln. Das alles, plus einen Verdauungsschnaps für Manfred erhielten wir für 22 Euro. Die Seniorin des Hauses erledigte das alles alleine. Außer uns saß nur noch ein anderes Paar im Garten.

 
Blick auf Bozen Blick Richtung Unterinn mit Schlern im Hintergrund
Blick auf Bozen von Signat Blick Richtung Unterinn mit Schlern im Hintergrund
   
Partschuner Hof Partschuner Hof
Im Partschuner Hof Partschuner Hof mit riesiger Kastanie
 

Von hier aus wanderten wir unterhalb des Hauses weiter, immer mit tollen Blicken zum Rosengarten und ins Tal, am Berg entlang. Dieser Teil des Weges erinnert sehr an den Sonnenberg im Vinschgau. Nach weiteren 50 Minuten erreichten wir Unterinn. Wir hatten den Busfahrplan zwar nicht im Kopf, aber kaum erreichten wir die Haltestelle, schon hielt der Bus neben uns. Was will man mehr?

Wanderzeiten:
Oberbozen (1231m) – Maria Himmelfahrt (1177m) – Signat (853m): 2h35m (mit Umwegen),
Signat – Partschuner Hof (996m): 0h25m,
Partschuner Hof – Unterinn (890m) (auch mit Verlaufen): 0h50m,
Gesamtwanderzeit: 3h50m.

 
Panorama unterhalb des Partschuner Hofs
Panorama unterhalb des Partschuner Hofs
 

Abends aßen wir wieder im Wiesenheim. Leider gab es keinen Spargel, aber es war trotzdem ein leckeres und üppiges Mahl.

Als wir abends beim TV saßen, entdeckte ich plötzlich an der gegenüberliegenden Wand einen Steinläufer. Er sieht aus wie ein Tausendfüßler, ist aber giftig. Manfred war so freundlich und hat ihn für mich ins Freie befördert. Er muss im Partschuner Hof in unseren Rucksack gekrabbelt sein und ihn für einen Stein gehalten haben.

Rechts: In der Ferne ein Regenbogen

Regenbogen in der Ferne
 
Wetter:
Schön, abends in der Ferne Schauer,
Temperatur unterwegs 22°C.
 
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