Südtirol 
Teil 1: Grödnertal

Dienstag, der 4.6.2013

Gerade stand ich unter der Dusche und wartete, dass das Wasser endlich warm werden würde, aber es lief und lief und blieb kalt. Tja, was nun? Im Waschbecken das gleiche. Ich kletterte aus der Dusche und wollte Manfred fragen, ob in seinem Bad auch nur kaltes Wasser liefe, da rief er mir schon aus dem anderen Bad entgegen, dass wir Stromausfall hätten und der Durchlauferhitzer nicht funktionieren würde. Okay, ich machte Katzenwäsche, Manfred musste im Bad die Tür offenlassen, da seins ein innenliegendes war. Ich stellte mich auf ein kaffee- und eierfreies Frühstück ein, da ging es Plop, die Notbeleuchtung über unserer Haustür erlosch und das "richtige" Licht erstrahlte wieder. Nun nichts wie schnell unter die Dusche, denn der Durchlauferhitzer arbeitete bestimmt auch wieder. Als ich das Frühstück bereitete gingen plötzlich Herd und Wasserbereiter aus, aber zum Glück gleich wieder an. Warum der Ausfall, wussten wir zu der Zeit nicht, vielleicht wegen der Baustelle neben unserem Haus überlegten wir. Später am Abend stellte sich heraus, dass der ganze Ort ohne Strom war, denn unser Ober blieb am Morgen im Aufzug stecken.

Nach dem Frühstück brachen wir ins 9 km entfernte St. Ulrich auf. Auf der Suche nach einem Parkplatz bei der Standseilbahn nach Raschötz, fuhren wir versehentlich der Radroute nach Raschötz folgend, viel zu hoch. Irgendwann endete die Straße für den Autoverkehr (Streda Cuca). Tja, dann mussten wir wohl unser Auto hier in 1510 Meter Höhe, gute 200 Meter oberhalb der Talstation und 600 Meter unterhalb der Bergstation abstellen. Aber was sahen meine entzündeten Kinderaugen plötzlich: Ein Reh äste ganz furchtlos etwa 10 Meter von uns entfernt und ließ sich gar nicht stören. Tolles Highlight!

St. Christina Oberhalb von St. Ulrich

Als wir loswandern wollten, stellten wir fest, dass wir unsere Stöcke vergessen hatten. Was kommt heute sonst noch? Zum Umkehren hatten wir keine Lust, dann suchten wir eben nicht so steile Wege aus, um unsere Knie nicht überzustrapazieren.

Wir wanderten einfach mal bergauf, den geteerten Weg Nummer 9 entlang. Neben uns parkte ein italienisches Pärchen, das auch in unsere Richtung wanderte. Nicht lange, dann endete die Teerstraße und sie wurde zu einem Waldweg. Das Pärchen hinter uns lief geradeaus, wir bogen rechts ab und folgten weiter der Nummer 9. Nach 45 Minuten erreichten wir auf einer parkähnlichen Lichtung Col Ciarnacei mit vielen Abzweigungen. Wir folgten dem breiteren Waldweg Nummer 8 geradeaus, der uns in einer halben Stunde zum schmalen Weglein Nummer 5 führte. Dieser Weg verlief aufwärts über Wiesen, zum Teil mussten wir ausweichen, da Schnee auf dem Weg lag. Nach weiteren 45 Minuten erreichten wir eine riesige Hochfläche, namens Brogerssattel, mit Blicken in alle Richtungen auf markante Felsformationen. Immer wieder hörte man aus der Ferne Murmeltiere pfeifen, wir entdeckten sie aber nicht. Hier oben war es wieder herrlich!

Lichtung Col Ciarnacei Oberhalb von St. Ulrich

Richtung Raschötz Richtung Raschötz

Richtung Raschötz Richtung Raschötz

Nun bogen wir nach links auf den wunderschönen Panoramaweg mit der Nummer 35 ab, der auf ca. 2100 Metern ziemlich eben verlief. Die Rundumblicke waren natürlich immer wieder wunderbar.

Richtung Raschötz Richtung Raschötz

Richtung Raschötz Richtung Raschötz

Richtung Raschötz Richtung Raschötz

Nach weiteren 75 Minuten erreichten wir die Saltner Hütte, die sogar bewirtschaftet war. Das nutzen wir gleich und ließen uns hier nieder bei Speck, Käs und Rotwein. Außer uns waren fast nur italienisch sprechende Gäste hier.

Saltner Hütte Saltner Hütte

Ein paar Schritte wanderten wir zur Standseilbahn Raschötz und entschlossen uns mit ihr herunterzufahren, denn lieber noch mal 250 Meter bergan zum Auto, als 600 Meter bergab, was vielleicht ohne Stöcke zu sehr in die Knie gehen würde. Die Standseilbahn fuhr gerade ein, der Betreuer erzählte uns ein bisschen über sie. Die Bahn ist keine übliche Seilbahn, sondern fährt auf Schienen, es haben 80 Leute darin Platz. Zusammen mit einem anderen Paar fuhren wir in guten 10 Minuten hinunter. Unten angekommen mussten wir nun wieder in einer halben Stunde zum Auto hoch keuchen.

Standseilbahn Raschötz Standseilbahn Raschötz

Standseilbahn Raschötz St. Ulrich

Wanderzeiten:
Startpunkt Strada Cuca (1510m) bis Col Ciarnacei (1800m): 45 Minuten
Col Ciarnacei bis Einmündung Weg 5: 30 Minuten
Einmündung Weg 5 bis Brogerssattel (2100m): 45 Minuten
Broggerssattel bis Abzweigung Weg 31: 45 Minuten
Abzweigung Weg 31 bis Saltner Hütte: 30 Minuten
Seilbahn Talstation (1260m) bis Startpunkt (1510m): 30 Minuten
Gesamtwanderzeit: 3 Stunden 45 Minuten
Höhendifferenz: 1260m tiefster Punkt, 2152m Panoramaweg höchster Punkt: ca. 900 Meter.

Zuhause tranken wir auf dem Balkon gemütlich unseren obligatorischen Kaffee, dann schrieb ich Tagebuch und lud Bilder auf den Laptop. Abends wanderten wir zu unserer üblichen Pizzeria Plaza. Wir erhielten wieder unseren Stammplatz. Der Wirt empfing uns mit der Meldung, dass es heute zwei positive Dinge gäbe, einmal dass das Wetter schön wäre und zum anderen dass sie heute Sahne hätten. Die Sahne betonte er so, da er am ersten Abend, nach Neueröffnung noch keine für unser Eis hatte. Manfred testete eine neue Pizza Vulkanio (oder so) und ich aß wieder Filoncino Tonno. Hinterher leisteten wir uns wieder ein Eis, denn wenn er schon Sahne im Hause hatte und dies noch betonte, dann mussten wir wohl oder übel Eis bestellen, was uns wie immer sehr schwer fiel :). Im TV sahen wir uns einen Polizeiruf 110 an (aus München), muss ich nicht noch einmal sehen mit den Schauspielern.

Wetter:
Morgens schön, nachmittags zogen Wolken auf und es tröpfelte ab und zu.
Temperatur morgens in 2100 Metern Höhe 11 bis 14°C, unten im Tal 21°C.


5. Tag - --->

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