Südtirol 
Teil 1: Grödnertal

Mittwoch, der 5.6.2013

Heute funktionierten Strom und warmes Wasser, auch wurde ich mit dem Touch-Herd endlich ganz gut fertig, so dass die gekochten Eier tatsächlich die Konsistenz erlangten, wie von uns gewünscht. Nach dem Frühstück planten wir, was wir beiden Hübschen tun könnten. Wir entschlossen uns kurz hinter Wolkenstein, nach Plan de Gralba zu fahren und dort das Auto abzustellen. Auf dem Weg dorthin, musste uns eine ganze Horde Motorradfahrer überholen, einer schnitt uns an einer Ampel, die auf grün sprang den Weg ab. Na ja, lange mussten wir nicht mehr mit auf der Motorradrennstrecke fahren, denn wir erreichten gleich in unserem Wanderstartort Plan de Gralba.

Hier in Plan de Gralbla ist bestimmt der reinste Skizirkus im Winter. Jetzt hingegen konnten wir vor etwa 5 geschlossenen Hotels und Restaurants auf einem leeren Parkplatz unser Auto abstellen. Auf einem breiten Schotterweg ging es auf Weg Nummer 21 aufwärts, immer an Skianlagen entlang. Die Skiliftanlagendichte ist hier wirklich besonders groß, sie verschandeln die ansonsten sehr hübsche Landschaft. Aber wahrscheinlich bringen Skiurlauber den Bewohnern mehr Kohle als ein paar Wanderer, darum werden immer noch mehr Skilifte und Skipisten gebaut.

Plan de Gralba Plan de Gralba

Plan de Gralba Plan de Gralba

Nachdem wir bereits teils sehr steil, eine Stunde aufwärts marschiert sind, erreichten wir in einer Höhe von 2126 Metern das Sella Tieja. Hier zweigt der Weg Nummer 21a scharf links ab, als schmaler Panoramaweg, vor dem Langkofel.

Sela Tieja Über Schneefelder unterm Langkofel

Langkofel Küchenschelle

Durch idyllische Landschaft führte der Weg am Fuße der Felsen des Langkofels entlang, hier und da mussten wir noch einzelne Schneefelder passieren. Das ging aber recht gut, da man höchstens auf den Hintern gefallen wäre, es war keine abschüssige Stelle dabei. Nun besserte sich unsere Laune bei den tollen Blicken rechts, links, vor und hinter uns. Die Landschaft wurde nicht mehr von Liftanlagen und Skipisten dominiert, auch wenn bald wieder die nächsten Liftanlagen ins Blickfeld kamen.

Sela Tieja Unterm Langkofel entlang

Zwischendurch hörten wir immer wieder ein lautes Grollen, wie bei einem Gewitter. Aber nach näherem Beobachten der Langkofelfelwand, sahen wir, dass immer wieder Schnee und Felsbrocken die Wand runterstürzten. Im Moment war es sicher nicht ratsam an der Wand herumzuklettern. Der Schnee taute und riss dabei wohl viele Felsbrocken mit sich. Waren beeindruckende Momente.

Schneelavine vom Langkofel Schöne Ausblicke unterwegs

Unterwegs zum Sella Joch Unterwegs zum Sella Joch

Nach einer weiteren Stunde und 45 Minuten erreichten wir das Sella Joch mit dem zugehörigen, zu unserer Freude geöffnetem Gasthaus. Wir setzen uns in die Stube, Manfred aß Spagetti, ich Apfelstrudel. War lecker! Neben uns saß eine Gruppe mit zwei Frauen, einem Kind und einem Mann. Sie sprachen Englisch. Plötzlich sagte eine der Frauen "no worries". Na wenn das keine Australier waren! :-)

Sella Joch Gasthaus am Sella Joch

Weiter ging es auf dem Weg Nummer 657 Richtung Auto zurück. Der Weg verlief an vielen, vielen blühenden Krokussen vorbei, auf einer Skipiste entlang, an einem Stausee vorbei.

Plan de Gralba Plan de Gralba

Plan de Gralba Plan de Gralba

Nach etwa einer Stunde und 15 Minuten erreichten wir unser Auto.

Die Wanderwege sind hier übrigens wunderbar ausgeschildert, auch die angegebenen Wanderzeiten stimmen meistens mit unserem Tempo überein. Die Zahl der Wanderer, die uns begegneten konnten wir an einer Hand abzählen, ich glaube es waren fünf.

Plan de Gralba Plan de Gralba

Wanderzeiten:
Startpunkt Plan de Gralba (1800 m) bis Sela Tieja (2126 m): 1 Stunde
Sela Tieja bis Sella Joch (2100 m): 1 Stunde 45 Minuten
Sella Joch bis Plan de Gralba: 1 Stunde 15 Minuten
Gesamtwanderzeit: 4 Stunden

Zuhause gab es den obligatorischen Kaffee auf dem Balkon, dann die übliche Prozedur, Bilder sichern, Tagebuch schreiben, surfen... Abends wanderten wir zum Plaza, wo wir wieder schmausten. Der Sohn des Hauses begrüßte uns schon mit den Worten "Kennen wir uns?" Er erzählte uns nach dem Essen eine Menge, wie wichtig der Winterbetrieb für die Grödener sei, dass jeder Bewohner irgendwie mit dem Winterbetrieb zu tun habe, sei es als Skilehrer, Liftbetreiber, Bedienung in den Hütten... Manfred schmauste Pizza, ich aß diesmal Nudeln in Sahnesauce mit Pfifferlingen. Der Grappa wurde uns heute spendiert. Natürlich rundeten wir das Ganze mit einem Eis ab.

Nach dem Essen bummelten wir ein bisschen auf der stillgelegten Bahntrasse Richtung St. Ulrich, fotografierten einen, auf der anderen Talseite gelegenen Wasserfall und bummelten nach Hause.

Abendspaziergang in St. Christina Abendspaziergang in St. Christina

Abendspaziergang in St. Christina Abendspaziergang in St. Christina

Als wir gegen 20:30 Uhr unsere Ferienwohnung erreichten, erwartete uns schon unser Vermieter, um die letzte Rate zu kassieren. Danach schauten wir noch ein wenig TV.

Wetter:
Sonne und Wolken im Wechsel, abends Gewitter mit starken Regenschauern
Temperatur unterwegs: 11 bis 14°C, unten in St. Christina: 18°C.


6. Tag - --->

Zurück zur Startseite

Datenschutz