Naturns in Südtirol

Donnerstag, der 29.5.2014

Heute Morgen waren die Berge wieder blitzeblank, ohne Dunst und das bei blauem Himmel. Internet funktionierte nicht. Auf die Frage von Frau Schwienbacher, ob wir noch weiteren Kaffee wollten, meinte Manfred aus Spaß, ohne Internet, keinen Kaffee. Die arme Frau Schwienbacher war schon recht genervt wegen des sporadisch funktionierenden Internets, weil viele Gäste sie darauf ansprachen. Schwienbachers haben kürzlich viel Geld für die Erneuerung ihrer Internetanlage investiert, damit man sich bequem von jedem Zimmer aus per WLAN ins Internet einloggen kann. Die Firma, die den Auftrag dazu hatte, redete Schwienbachers pro Zimmer einen eigenen Router auf. Wir hoffen sehr für Schwienbachers, dass sie nicht von dieser Firma übers Ohr gehauen wurden, die möglichst nur für teures Geld viele Geräte verkaufen wollten, egal ob das WLAN dann auch tatsächlich funktionierte oder nicht.  

Als wir ins Auto steigen wollten, sprach uns Frau Schwienbacher senior an und erzählte uns, dass sie gerade dabei wäre, die Blumen abzuschneiden, die nicht mehr schön wären. Woraufhin Manfred meinte, gut dass wir noch alle schön wären. Auf diese Antwort hatte Frau Schwienbacher gewartet :-)


Suedtirol 2014 auf einer größeren Karte anzeigen (Heute starteten wir unsere Wanderung bei der Nummer 4)

Wir starteten unsere Runde heute am Parkplatz des Vernagtstausees im Schnalstal an der Staumauer. Um 9:30 Uhr wanderten wir los.

Auf diesem Link zum Schnalstal ist die Runde nochmal gut auf einer  Karte dargestellt. Auf die Karte klicken, dort zum See hineinzoomen. Start in Vernagt, dann den Weg Nr. 13, 13a, Weg 5 zur Straße bis kurz vor Kurzrass und auf der anderen Straßenseite Weg Nr. 7, zu den Finailhöfen, dann weiter Weg 7 und Weg Nr 2 zum Auto zurück.

Schnalstal Schnalstal

Aber nun mal langsam, immer der Reihe nach: Zuerst führte uns also der Weg Nummer 13 über die Staumauer auf die Südseite des Stausees. Wir wanderten durch schattigen Lärchenwald, immer am Ufer des Sees entlang, dabei passierten wir Preiselbeeren, Alpenrosen, die noch nicht blühten, Enzian und viele andere Blümchen. Einmal mussten wir ein Schneefeld passieren, aber es ging recht gut.

Schnalstal Vernagtstauseerunde

Am riesigen Überlaufrohr des Vernagtstausees fanden gerade irgendwelche Wartungs- oder Umbauarbeiten statt. Durch den kleinen Bagger, der direkt neben dem Rohr stand, wirkte das Rohr riesig.

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde


Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

Nach einer guten Stunde kamen wir an die Abzweigung, wo sich der Seerundweg von unserem Weiterweg Richtung Kurzrass trennten. Wir wanderten Richtung Kurzrass weiter. Nun ging es aufwärts, meistens durch Wald, am Hotel Gerstgras vorbei bis kurz vor Kurzrass. Wir tranken unser mitgebrachtes Wasser auf einer sehr zugigen kalten Bank, die wir nach insgesamt 2,5 Stunden erreichten. Kein Wunder, dass es zugig und kalt war, schließlich waren wir in einer Höhe von ca. 2000 Metern. In einer weiteren halben Stunde wanderten wir über freies Feld zur Schnalstaler Straße und dort 10 Minuten aufwärts Richtung Kurzrass bis zu einer Abzweigung nach rechts, auf die andere Talseite.  

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

Normal sahen wir hier öfter Murmeltiere, heute nicht, vielleicht war es ihnen noch zu kalt. Dieses Teilstück gehört zu meinen Favoriten dieser Tour, der Weg verläuft auf und ab, zu linker Hand Felswände mit Geröll, rechts Lärchen und immer wieder kann man auf die andere Talseite und ins Schnalstal blicken. Der Schnee auf den Bergen der anderen Talseite hatte einen leichten Braunschleier. Könnte das von dem Saharasand kommen, der in den letzten Wochen über Europa flog?

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

Plötzlich sah ich einen Teil eines braunen Tieres vor mir verschwinden, ich nahm an es handelte sich um ein Murmeltier, denn wenig später hörten wir sie pfeifen und pfeifen. Sie wollten sich gar nicht mehr beruhigen. Rechts bimmelte auch eine Ziegenherde auf unwegsamen Gelände.

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

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Nach 1 Stunde und 45 Minuten nach Talseitenwechsel erreichten wir die Finailhöfe. Hier saßen wir gemütlich windgeschützt draußen bei Apfelstrudel (ich) und Speck & Käs (Manfred). Die Sonne zeigte sich immer häufiger.

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

Nach einer längeren Rast wanderten wir in einer Stunde und 10 Minuten zum Auto zurück. Auf der letzten Strecke sahen wir endlich ein Murmeltier auf einen Felsen sitzen. Es pfiff und pfiff in alle Richtungen. Auch ein Reh entdeckte ich in der Sonne beim Ähsen.

Vernagtstauseerunde Vernagtstauseerunde

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Wanderzeiten:
Vernagt - Abzweigung Kurzrass/Rundweg: 1 Stunde 15 Minuten,
Abzweigung Kurzrass/Rundweg - Bank vor Abstieg zur Straße: 1 Stunde 15 Minuten,
Bank vor Abstieg zur Straße - Wechsel der Talseite: 30 Minuten,
Wechsel der Talseite - Finailhöfe:  1 Stunde 45 Minuten,
Finailhöfe - Vernagt: 1 Stunde 10 Minuten,
Gesamtwanderzeit: 5 Stunden 55 Minuten.

Auf der Heimfahrt zum Fallrohrhof, es war schon 17:00 Uhr, kehrten wir bei der Pizzeria Hofer ein. Zusammen aßen wir einen gemischten Salat, Manfred aß Pizza Diavolo mit Büffelmozzarella und ich Frühlingspizza klein. Als wir mit dem Essen fertig waren kam eine Frau aus einer Vierergruppe vom Nachbartisch an unseren Tisch und fragte uns, ob sie uns etwas fragen dürfe. Ob es sein könne, dass sie uns vom Internet kennen würde. Sie hätte unsere Südtirolreiseberichte gelesen. Das fanden wir beide ganz toll von der Dame, dass sie uns auf unsere Internetseite persönlich ansprach. Sie erzählte uns, dass sie auf unsere Empfehlung heute im Hofer essen würden. Wir erzählten uns gegenseitig, was wir Schönes erlebt hatten und was wir morgen geplant hätten. Solche Ereignisse spornen mich natürlich besonders an, Reiseberichte zu schreiben und sie ins Internet zu stellen. Hinterher dachte ich mir, nun habe ich sie gar nicht nach ihrer eMail-Adresse gefragt, ich Stoffel. Um so mehr freute ich mich, dass sie uns später von sich aus schrieb. Den ausklingenden Abend verbrachten wir wieder auf unserem schönen Balkon.

Wetter:
Schön mit dunklen Wolken und etwas windig, nachts ein starker Schauer.
Temperaturen: Naturns morgens: 11°C, danach habe ich vergessen zu messen.


7. Tag - --->

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