Auf dem Ritten in Südtirol

Mittwoch, der 10.6.2015

Heute Nacht haben wir wieder sehr gut geschlafen. Frau Schweighofer stellte uns wieder einen Brotkorb mit einem gefüllten Hörnchen, einem kleinem Vinschgerl und zwei großen Vinschgerln zurecht, garniert mit ein paar Stiefmütterchen. Zusammen mit Südtiroler Speck, Käse, Marillenmarmelade und Joghurts ließen wir uns, wie gestern, das leckere Frühstück munden.

Wir beschlossen heute wieder nach Pemmern, zur Rittnerhorn-Seilbahntalstation zu fahren. Zwar funktionierte der Kartenautomat an der Schranke, und auch der nicht sehr freundliche Parkanweiser war dort, aber der Automat, der die RittenCard kontrollierte, funktionierte nicht. Auch sagte uns das der Parkeinweiser nicht, sondern ließ uns alle, inklusive Busladung erstmal zum nicht funktionierenden Automaten rennen. Im Kassenhäuschen rief uns die Angestellte dann schließlich zum Schalter. Wir gaben der Angestellten unsere noch frischen RittenCards, da wir sie ja gestern als Austausch für die ungültig gekennzeichneten neu bekommen hatten. Sie fluchte leise vor sich hin, weil noch kein Datum draufgestempelt war von vorherigen Benutzungen. Sie musste die Karten kopieren und fragte uns, wo wir wohnen würden. Da man nur einmal am Tag mit der RittenCard die Seilbahn benutzen durfte, musste das wohl alles kontrolliert werden. Wir erhielten Ersatzkarten für die Seilbahn und stiegen in die Gondel. Es geht also auch in anderen Ländern bürokratisch und umständlich zu, nicht nur bei uns ;-)

Ritten Ritten

Mit der Seilbahn auf das Rittner Horn

Wieder in einer Gondel ganz für uns allein, schaukelten wir aufwärts zur Schwarzseespitze. Bärbel verbrachte heute einen Knieschontag. Oben angekommen wanderten wir Richtung Unterhornhaus, Felturner Hütte und weiter um das Rittner Horn herum. Auf dem Horn lagen dicke fette Wolken, ich hatte keine Schirme eingesteckt, aber es sollte trocken bleiben. Wir wanderten fast ganz alleine auf den knieschonenden, breiten, nicht steilen Wegen in offener luftiger Landschaft mit mindestens 270° Rundumblick. Am Rande sah man Alpenrosen, die sich langsam öffneten, Enzian und andere Blümchen. Außer Blumen wuchsen hier hauptsächlich flache Latschenkiefern. Der Weg verlief immer zwischen 2050 Metern und 2150 Metern. Mehrmals hielt ich mit meinem Fernglas unterwegs Ausschau nach Murmeltieren oder anderen Tieren, entdeckte aber nur Vögel. Man hörte auch keine Murmeltiere. Der Wirt der Feltuner Hütte meinte am Montag, die Murmeltiere hätten im Moment alle Hände voll zu tun mit Wohnungtrockenlegung :-)

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In 2000 Metern Höhe am Rittner Horn

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Als wir kurz vor dem Gasteiger Sattel waren und der Weg steiler wurde, kehrten wir um und legten in der Feltuner Hütte ein Päuschen ein. Heute war sie recht gut besucht, mehr als am Montag. Die Wirtin gab uns den Tipp, dass es am Montag immer am leersten wäre, sie wüsste auch nicht warum. Manfred schmauste Gerstelsuppe und ich Apfelstrudel. Natürlich spendierte der Wirt uns beiden je einen Kurzen :-).

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Wirt und Wirtin der Feltuner Hütte

Nach dem Essen ließ ich Manfred alleine und wanderte zu Fuß zur Talstation zurück, während Manfred mir einen Vorsprung gab und dann zur Seilbahnbergstation zurückwanderte, um mit der Seilbahn zum Parkplatz zu fahren.

Der Weg, als Nummer 1 nach Pemmern gekennzeichnet, war herrlich, wie in den letzten Urlauben! Es ging zuerst am Berg leicht abwärts, die Feltuner Hütte und das Rittner Horn noch mal im Blick, wenn man sich umdrehte. Dann landete man auf einer großen Almwiese. Zwei Gruppen von Haflingern grasten auf ihnen. Weiter ging es in der Sonne abwärts unter der Seilbahn hindurch. Ich hielt immer Ausschau, ob ich Manfred darin vielleicht entdecken würde, aber ich sah ihn nicht. Über eine Weide mit vielen, vielen Rindern ging es weiter abwärts. Mir kam zuerst ein Mann mit Hund entgegen. Der Hund war nicht angeleint und bellte frech die Kühe an. Na, ob sich das die Kühe gefallen ließen?

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Über Almwiesen von der Feltuner Hütte zum Parkplatz Pemmern

Etwas später traf ich auf eine Frau, die zwischen den Kühen auf der Weide stand und ständig einen Namen rief. Ich fragte sie, ob sie jemanden vermissen würde. Sie erzählte, dass ihr Hund vor Schreck weggelaufen wäre, als beim Almauftrieb unten erst 2 Horden Haflinger hochgetrieben wurden, dann Rinder und das ganze begleitet durch Schüsse. Sie rief und rief. Es stellte sich heraus, dass der Mann den ich vorher traf, ihr Mann mit dem anderen Hund gewesen ist und auch auf der Suche war nach dem entlaufenen Zweithund. Weiter unten stand noch ein Mann und wartete und eine Frau die mich ansprach und mir erzählte, dass das ihre Tochter wäre, die den Hund suchen würde. Die arme Familie, wird sicher keinen schönen Abend verbringen, aber vielleicht tauchte der Hund auch wieder auf. Das waren übrigens auf der ganzen Strecke von der Feltuner Hütte bis zum Parkplatz die einzigen Leute, die ich getroffen habe. Am Schluss wanderte ich auf einer im Winter als Rodelbahn benutzten Strecke hinunter.

Was für ein Zufall, gerade als ich den Parkplatz erreichte sah ich Manfred aus der Gondel steigen und sein Parkticket bezahlen (4,50 Euro). Das ist ein Timing! 

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Wanderzeiten:
Seilbahnbergstation - Felturner Hütte: 25 Minuten
Felturner Hütte - Umkehrpunkt kurz vor dem Gasteiger Sattel: 1h15m
zurück zur Felturner Hütte: 1 Stunde
Manfred zurück zur Seilbahnbergstation: 20 Minuten
ich zurück zur Talstation: 1h10m
Gesamtwanderzeit Sabine: 3h45m
Gesamtwanderzeit Manfred: 3 Stunden

Zuhause legten wir ein Päuschen mit Kaffee und Tagebuchschreiben ein. Um 17:30 Uhr holten wir Bärbel von ihrer Pension ab und fuhren zum nahegelegenen Pfos Hof. Man kann hier sehr gut draußen sitzen und hat einen Blick über die ganzen Dolomiten. Bärbel setze sich versehentlich auf ein nasses Kissen und hatte eine entsprechend nasse Hose. Nicht so schön! Die Besitzerin fragte, ob sie das Kissen genommen hätten, welches zum Trocknen in der Sonne auf der Bank lag. Hatte sie, aber woher sollte sie wissen, dass es dort zum Trocknen lag und nicht zur Benutzung? Manfred und ich schmausten Maultaschen mit Wild und Preisselbeeren und Salat und Bärbel Tortellini mit roter Beete und Gorgonzolafüllung. 

Fotos unten: Im Pfos Hof - Maultaschen gefüllt mit Wild und Preisselbeeren

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Auf dem Balkon ließen wir den Abend wieder ausklingen.

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Wetter:
Schön, anfangs auf dem Rittner Horn bewölkt, dann immer sonniger werdend.
Temperaturen: morgens 11°C, mittags 17°C bis 23°C je nach Höhenlage.


6. Tag - --->

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