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Zypern

 
Dienstag, 29. März 2005
 

Manfred und ich nahmen uns für heute eine Wanderung im Wald von Paphos vor. Ingrid wollte im Garten bleiben.

 
Ausflug von Skoulli nach Stavros Psokas und nach Evreton
 

In 45 Minuten fuhren wir wieder mal nach Stavros tis Psokas und noch 3 km weiter Richtung Kykkos zum Wanderstartpunkt (Abzweigung der Straße rechts nach Kykkos). Der sehr gut markierte Wanderweg führte uns wieder durch Zedernwald. Dieser Weg war so einsam, dass sogar Blümchen und Gras mitten auf dem Weg wuchsen. Er verlief einmal um den 1189 Meter hohen Gipfel. Ja, leider dauerte dieser Spazierweg nur eine Stunde bei gemütlichem Tempo. Das Highlight dieser Wanderung waren die herrlichen Blicke ins Tal bis zum Meer.

 

Wanderung bei Stavros tis Psokas

Wanderung bei Stavros tis Psokas

 

Nach dieser Runde luden wir Ingrid ins Auto und fuhren nach Evreton. Dies ist ein von den Türken verlassenes und verfallenes Dorf am gleichnamigen Stausee gelegen. Die Fahrt dorthin war sehr abenteuerlich. Ca. 3 km auf der Strecke von Skoulli nach Paphos, zweigt man nach links Richtung Simou ab. Nach 5 km wieder links abbiegen Richtung Evreton. Bis hier ist die Straße gut ausgebaut und geteert. Aber ab Simou ist die Straße mit Schlaglöchern durchzogen und einspurig. Ein Geländewagen wäre sinnvoll. Unterwegs huschte uns wieder mal eine 1 Meter lange schwarze Natter über die Straße. Unsere Vermieterin meinte, das bringe Glück. Nach weiteren 5 km Hoppelstrecke erreichten wir das verlassene Dorf. Die Sonne brannte ins windgeschützte Tal (26°C), Eidechsen und Harduns (gehören zu den Agamen) sonnten sich an den warmen Mauern. Die Bewohner des Dorfes setzten sich aus 2 Wachhunden im Käfig, Ziegen und vielen Krähen zusammen. Wahrscheinlich kommt nur ab und zu jemand zum Füttern und Misten vorbei. Auf der Strecke passierten wir zahllose Orangenbäume, deren Früchte einfach am Boden verrotteten.

 

Ins verfallene Dorf Evreton

Am Stausee Evreton

 

Bauweise in Evreton

Evreton

 

Am Stausee Evreton

Hardun an den Mauern von Evreton

 

Nachmittags ließen wir uns in Polis ein Eis schmecken und genossen noch einmal ausführlich den Garten. Als es kühl wurde, raffte ich mich auf meinen Koffer zu packen.

Heute Nacht mussten wir abreisen. Um 19 Uhr waren wir bei unserer Vermieterin nochmals zum Méze eingeladen, diesmal gab es ein paar andere Sachen als beim letzten Besuch. Zum Abschluss servierte sie uns zyprischen Kaffee, der aus kleinen Tassen getrunken wurde, ähnlich dem Espresso. Man rührt das Kaffeepulver mit gleichviel Zucker an und gießt kochendes Wasser darauf. Den Kaffeesatz, der sich am Boden absetzt, lässt man in der Tasse zurück. Schmeckte lecker! Als wir uns verabschiedeten, knallten dicke, etwa 4cm lange schwarze Sommerkäfer auf Manfred herab. Wir packten die Reste (nicht von den Käfern, sondern die restlichen Kleidungsstücke) in unsere Koffer und fuhren gegen 23 Uhr zum Flughafen.

Wetter: Schön bei 26°C

 
Mittwoch, 30. März 2005
 

In zwei Stunden erreichten wir den Airport Larnaca. Die Straßen waren leer. Immer wieder drangen Duftwolken von verbranntem Müll ins Auto. Das haben wir oft gerochen am Abend und auch beobachtet, wie Hausbewohner ihren Müll vor der Tür verbrannten. Einer Frau sahen wir dabei zu, wie sie gerade ihre Hausschlappen ins Feuer warf.

Manfred klagte dem Hertzangestellten sein Leid über das Auto. Der Angestellte schrieb alles feinsäuberlich auf, gab Manfred seine Telefonnummer und bat Manfred, er solle sich beim nächsten Zypernbesuch direkt an ihn wenden, dann bekäme er ein besseres Auto :-).

Pünktlich um 3:15 Uhr startete unser LH-Flieger nach Frankfurt. Das Team war besonders freundlich und aufmerksam. Nach 3 Stunden, 50 Minuten Flug erreichten wir Frankfurt. Man merkte sofort, Deutschland hat uns wieder im Griff: irreführende Wegweiser, unfreundliche Grenzbeamte. Bei der Einreise-Passkontrolle wurde neben uns ein Bürger aus Ghana kontrolliert. Der Grenzbeamte, der ihn bediente, war sehr zurückhaltend und korrekt, aber unser Grenzer, der daneben saß, bemerkte ziemlich laut zu den Angaben des Schwarzen: "Quatsch mit Soße".

Unser Flieger nach München startete etwas verspätet. Unser Flughafentransfer wartete am Treffpunkt Terminal 2 und wir auf 1, aber schließlich fand er uns und gegen 10:30 Uhr waren wir zu Hause.

 

Wie uns Zypern gefallen hat:

Zu Beginn war ich Feuer und Flamme. Die Lage unseres Hauses gefiel mir, noch besser der schöne Garten, das Klima, die freundlichen Bewohner, die Naturparks wie den Paphos Wald und die Akàmas Halbinsel, das klare Meer, die Avgas Schlucht.

Aber je länger wir Abstand von Zypern gewinnen, desto weniger zieht es mich wieder dort hin. Mit einigen Dingen kann ich mich nicht anfreunden: Besonders ihre Einstellung zur Umwelt, dass Schießen auf Singvögel, dass jeder seinen Müll einfach vor der Haustür verbrennt und das Bauen auf Teufel komm raus. Es wird derzeit so stark auf Zypern gebaut, dass ich um die Naturparks fürchte. Und dann sieht es auf Zypern bald so aus, wie schon Autor Paul Theroux Griechenland beschrieb: "Griechenland gleicht einem Vergnügungspark mit Marmortrümmern".

 
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