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Mittwoch, 23.03.05 Zur nachtschlafenden Zeit um 2:45 Uhr morgens landeten wir in Larnaca/Zypern. Die Koffer erschienen sofort, Geld konnten wir im gleichen Raum wie die Koffer, an einen der drei Geldautomaten abheben. Der Hertz-Angestellte erwartete uns schon. Er war sehr freundlich, aber mindestens ebenso schusselig und hastig. Vielleicht lag es an der frühen Stunde. Jedenfalls gab er ruckzuck Manfreds Kreditkartendaten ein und schon hatte er sich vertippt beim Gültigkeitsdatum, statt 2005 nun 2055. Na ja, das wird sein Problem sein. Schließlich mussten wir ihn noch daran erinnern uns die Kreditkarte zurückzugeben und den Hotelvoucher, den er wegen der Adresse kopierte. Mit einem blauen Honda Civic mit Gangschaltung stürzten wir uns in den nächtlichen Betrieb. Es herrscht Linksverkehr. Keine 500 Meter vom Flughafen entfernt legte Manfred eine Vollbremsung hin, in der Hoffnung dass unser Hintermann aufpasste. Tat er auch! Ein Hund spazierte nämlich gemütlich über die Straße. Um ein Haar hätten wir ihn erwischt. Nach 2,5 Stunden Fahrt von Larnaca nach Skoulli bei Polis, erreichten wir um 5:30 Uhr das anderen Ende der Insel. Die Vermieterin, die unsere Daten kannte, wollte in der Villa auf uns warten, so war es über unsere Agentur verabredet. Nach der Wegbeschreibung unserer Agentur standen wir auch nach mehreren Anläufen mitten in der Pampa. Fragen konnte man niemanden, alles schlief noch. Mal sahen wir die Villa von oben, mal von unten, aber wo war die Zufahrt? Es war zum Verrücktwerden! Schließlich rief Manfred bei der Vermieterin an, die mit Mann ganz erschrocken herbei gefahren kamen, sie erwarteten uns 5:30 Uhr am Nachmittag. Im Nu richtete sie die Wohnung her und er führte uns auf einer nicht geteerten Straße, eine winzige Einfahrt entlang zur Villa Palm. Wir waren die ersten Gäste des Jahres. Anfangs dachte ich noch, Mist! Müde, unzuverlässige Vermieter, Wohnung entsprach nicht der Beschreibung, es fehlte laut Beschreibung ein Bett, denn Doppelmatratzen kann ich nicht ausstehen, das Bad sah aus, wie vor 80 Jahren eingebaut, oder einmal in Säure gebadet, eine Heizung gab es nur im Schlafzimmer, es wurde nachts so kühl (15°C), dass wir mindestens jeder drei von diesen spillerigen Zudecken brauchten, der Boden war so dreckig, dass man Gegenstände, die man dort abstellte erst einmal abbürsten musste und statt zwei Reinigungen pro Woche, kam gar keiner. Aber der riesige Garten relativierte alles wieder. Der war herrlich! Zwei blühende Orangenbäume und zwei Olivenbäume spendeten der Terrasse Schatten und eine große Palme stand am eigenen, leeren Pool. Okay, mit den Betten behalfen wir uns irgendwie und wegen der Kälte im Haus frühstückten wir lieber draußen in der Sonne unter den duftenden Orangenbäumen. Zum Ausgleich, dass der Pool kein Wasser enthielt, lud uns die Vermieterin zu dritt zweimal zum Abendessen in ihre Taverne ein. Damit konnten wir leben, denn zum Baden wäre es sowieso zu kühl.
Die Vermieterin zeigte uns noch den nächsten Supermarkt und lud uns gleich zum Frühstück ein. Es gab Nescafe (eine Kanne heißes Wasser und Nescafe-Beutel), Käse, Brot, Oliven, Eier mit Grillkäse und Speck, Tomaten und Gurken und selbstgemachte Aprikosenmarmelade. Als Willkommensgeschenk spendierte sie uns noch eine große Tüte mit hiesigem Obst: Bananen, Orangen und Äpfel. Mit unserem 69.000 Meilen alten Honda Civic erkundeten wir erst einmal die Umgebung, fuhren durch das 6 km entfernte Polis zur Akámas Halbinsel bis zum Ende der geteerten Strecke, dem Bad der Aphrodite. In diesem Süßwasserteich in einer kleinen Grotte soll die Göttin nach ihren Liebesabenteuern gebadet haben. Wir bummelten an dem verfallenen Campingplatz herum, bestaunten das glasklare Wasser und die Steilküste.
Mittags entspannten wir uns in unserem Garten, ich schrieb Tagebuch. Nachmittags bummelten wir durch Polis und tranken mit Blick auf das Umland an einer Taverne ein Bierchen. Keo heißt eins der hier gebrauten Biere und schmeckt recht milde, jedenfalls nach meinem Geschmack tausendmal besser als das auch hier gebraute Carlsberg. Die freundliche Wirtin brachte uns vielmals entschuldigend erst 10 Minuten später Erdnüsse zum Bier. (Ein großes, ein kleines Bier und ein Saft kosteten 3 CYP). Als wir so saßen, trat ein Mann an unseren Tisch und erzählte uns von seinem günstig kopierten Öllämpchen. Wir dachten sofort, dies will er uns nun verkaufen, aber nein, er war einfach nur freundlich. So was kennen wir eigentlich nur aus Australien!
Bevor wir uns auf den Weg zum Abendessen bei unserer Vermieterin machten, hatten wir noch ein paar Stündchen Zeit, für einen kleinen Abstecher in den Paphos Wald, nach Stavros tis Psokas über Lysos. Die 34 km lange, sehr gut ausgebaute Teerstraße dorthin, führte über Serpentinen hinauf durch Zedernwald. Das Panorama wurde immer schöner. In meinem Falk-Reiseführer (Auflage 2004), wurde diese Straße als unbefestigt beschrieben und auch in einigen Karten war sie nicht eingezeichnet. Leider fielen mir versehentlich immer wieder mal die Augen zu nach der letzten schlaflosen Nacht, so dass ich die Fahrt nicht so genießen konnte, wie ich wollte. Im Appartement angekommen räumte ich irgendetwas an meinem Koffer herum, als plötzlich ein Schatten hervorhuschte. Schreck lass nach! Ich dachte es wäre eine große Spinne, aber es war nur eine Eidechse, die sich wohl versehentlich ins Haus verlaufen hatte. Manfred nahm den ganzen Koffer samt Eidechse obenauf und trug ihn vor die Tür. Die Eidechse war wieder frei :-). Um 19 Uhr gab es bei unserer Vermieterin Mezé (Mehrzahl = mezedes). Dies ist ein zyprisches Gericht, bestehend aus ungefähr 20 Gängen, hier mit verschiedenen Dips, roter Beete, Bohnen, Oliven, Brot, Gartensalat, gegrillter Halloumi (Ziegenkäse), Huhn, Schwein in leckeren Saucen, Kartoffeln, Pommes. Unsere Vermieterin nannte es zyprisches Fast Food. Dazu gab es Wein aus Zypern, sehr lecker! |
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