Chronische Muskelverspannungen sind die wirkliche Ursache
Quelle: Dr. Helga Pohl, Körpertherapie-Zentrum, Tassiloweg 2, 82319 Starnberg-Percha

Es sind die Muskeln, die ständig so stark angezogen sind, dass sie die Wirbelsäule zusammendrücken und schief oder krumm ziehen, so dass es eine Bandscheibe herausdrücken kann, die im ungünstigsten Fall wiederum auf einen Nerv drückt. Es sind die Muskeln, die Gelenke so zusammendrücken können, dass Schäden am Knorpel oder schließlich sogar am Knochen (also Arthrosen) und endlich sogar Entzündungen (also Arthritis) entstehen können. Die Arthrose selbst kann gar nicht weh tun, jedenfalls solange nicht, wie nur der Knorpel am Gelenk beschädigt ist (was bei den allermeisten Arthrosen der Fall ist), denn der Knorpel enthält keine freien Nervenendigungen und damit keine Schmerzrezeptoren. Nicht die im Röntgenbild sichtbare Veränderung ist die Ursache des Schmerzes, sondern sowohl die Arthrose wie auch der Schmerz sind durch die dauerverspannte Muskulatur bedingt. Diese dauerkontrahierten Muskeln können auch direkt selbst Nerven abklemmen, so dass Nervenbeschwerden (Schmerz, Kribbeln, Taubheitsgefühle) entstehen. Zum Beispiel kann ein Muskel in der Pobacke (der musculus piriformis) so stark dauerkontrahiert sein, dass er den Ischiasnerv auf den Beckenknochen drückt, wodurch die typischen Ischiasbeschwerden entstehen. Diese Ursache ist weitaus häufiger als die von den Orthopäden postulierte Quetschung der Nervenwurzel durch eine Bandscheibe der Lendenwirbelsäule.

Insgesamt handelt es sich bei den meisten Ischiasdiagnosen um Fehldiagnosen. Meist schmerzt einfach die Gesäß- und Beinmuskulatur. Da es fast ausschließlich die Muskeln sind, die direkt oder indirekt die Schmerzen verursachen, gibt es fast keinen Zusammenhang zwischen sogenannten "objektiven" Veränderungen - beispielweise an der Wirbelsäule - und subjektiv empfundenem Schmerz. Das bedeutet, dass es durchaus Menschen gibt, deren Wirbelsäule auf dem Röntgenbild "katastrophal" aussieht, die jedoch keine Beschwerden haben. Andere wiederum kommen vor Schmerzen bald um, obwohl sich keine "objektiver" Befund erheben lässt. Es ist ein Aberglaube, der uns maschinelle Aufnahmen glaubhafter und objektiver erscheinen lässt als das, was der Betroffene innerlich spürt (nämlich seinen Schmerz) und der Untersuchende äußerlich (nämlich den verhärteten Muskel). Nur in sehr seltenen Fällen, bei malignen Prozessen in den Knochen, zum Beispiel Knochenkrebs, schmerzen tatsächlich die auf dem Röntgenbild sichtbaren Veränderungen an den Knochen, in allen anderen Fällen sind es die Muskeln. Deswegen ist die Ursache der Schmerzen auch nicht psychisch, psychosomatisch oder gar nur eingebildet, nur weil sich auf dem Röntgenbild keine Veränderung finden lässt. Es wurde ganz einfach das falsche Gewebe untersucht. Überprüft man die Muskeln, lässt sich sehr wohl ein objektivierbarer Befund erheben.

Die allermeisten Röntgen-Untersuchungen sind völlig überflüssig.

Da auch Rückenschmerzen von verspannten Muskeln ausgehen und nicht etwa von der Wirbelsäule oder den Bandscheiben, sind sie nicht durch Operationen zu beseitigen. Das erklärt die Enttäuschung vieler Patienten, die sich auch nach eigentlich geglückten Operationen weiterhin mit Schmerzen herumschlagen. Wie die Knochen werden auch die Bandscheiben meist zu Unrecht als Schmerzverursacher angeklagt. Diese Fehldiagnose ist so populär, dass selbst Laien heute eher erzählen, sie hätten es mit den Bandscheiben, als zu sagen, dass sie Rückenschmerzen haben. Tatsächlich drücken die Muskeln die Wirbel so zusammen, dass Bandscheiben herausgedrückt oder aufgearbeitet werden können. Die meisten dieser Vorgänge verlaufen jedoch nicht in Gestalt eines akuten Schmerzanfalls oder einer dramatischen Lähmung (wenn der Vorfall so ungünstig liegt, dass er auf einen Nerv drückt), sondern laufen gänzlich unbemerkt ab. Man kann an vielen Wirbelsäulen aufgearbeitete Bandscheiben sehen, ohne dass die Betreffenden an diesen Stellen Schmerzen haben. Es handelt sich um eine Scheinkorrelation:

Die Orthopäden haben immer nur Menschen mit Schmerzen untersucht. Da sie bei diesen in großer Häufigkeit Bandscheibenschäden fanden, schlossen sie, dass dies die Ursache der Schmerzen sei. Röntgt man aber Menschen ohne akute Schmerzzustände, findet man ebenfalls Bandscheibenschäden.

Bandscheibenvorfälle lassen sich natürlich operieren, aber sie verursachen im allgemeinen keine Rückenschmerzen sondern, wenn sie unglücklich gelagert sind, eher Nervenschmerzen im Bein oder Arm. Oft erübrigen sich aber auch solche Operationen, da durch körpertherapeutische Verfahren die Bandscheiben wieder an ihren Platz zurückrutschen können. Bandscheibenschäden verursachen also nicht den Rückenschmerz, sondern beide sind durch Dauerkontraktionen in der Muskulatur verursacht. Da auch Wirbel von den ungleich angezogenen Muskeln in eine Fehlstellung gebracht werden, hilft das sogenannte Einrenken, wenn überhaupt, dann meist nur kurzfristig. Wird nämlich nicht gleichzeitig die Muskelfehlspannung behoben, wandern die Wirbel wieder in ihre alte Fehlstellung zurück. Wärmeanwendungen können dagegen sehr wohl schmerzlindernd wirken, da sich Muskeln und Bindegewebe bei Wärme ausdehnen und entspannen. Bei Kälte dagegen ziehen sie sich mehr zusammen, was den Schmerz verschlimmert (daher die Reaktion bei Wetterwechsel). Nur, wenn es bereits zu Entzündungen gekommen ist, ist eher Kälte als Wärme zur Schmerzlinderung angesagt. Eine alternative Erklärung führt zu einer alternativen Behandlung. Wenn also die Ursache all dieser Schmerzen und Einschränkungen im Bewegungsapparat direkt oder indirekt an verspannten Muskeln liegt, so wird man fragen: Wie kommt es zu solchen ständigen Verspannungen? Man hält die Muskeln ja nicht ständig bewusst angespannt, man will diesen Zustand nicht. Normalerweise sind wir gewohnt, dass unsere Skelettmuskulatur unserem Willen gehorcht. Wir wollen zum Beispiel zur Post gehen und setzen unsere Beine in Bewegung oder wir haben vor, etwas aus dem Schrank zu holen und führen dazu unseren Arm aufwärts. Bei all diesen willkürlichen Bewegungen müssen wir immer jeweils mindestens einen Muskel kontrahieren (härter und kürzer werden lassen) und mindestens einen anderen - den Gegenspieler des ersten - entspannen (länger werden lassen). Für die gegenläufige Bewegung, also zum Beispiel den Arm wieder herunternehmen, kehren sich die Verhältnisse um. Über diesen Mechanismus verfügen wir selbstverständlich und ohne nachzudenken. Erst wenn wir Schmerz oder Steifigkeit empfinden, merken wir, dass das nicht mehr so ohne weiteres funktioniert. Wenn wir aber zum Beispiel erschrecken oder auf einer Bananenschale ausrutschen, erfolgen blitzartige Bewegungen, die offensichtlich nicht von unserem Bewußtsein gewollt und geplant sind. Beobachten wir unsere Bewegungen im Alltag, so stellen wir fest, dass längst nicht alle immer unserer Steuerung bedürfen: Wir richten uns unwillkürlich so aus, dass wir uns im Gleichgewicht befinden, wir führen viele Bewegungen automatisch oder halbautomatisch aus (beispielsweise beim störungsfreien Autofahren). Für all diese Arten von Bewegungen ist nicht unser sensomotorischer Kortex (der Teil des Gehirns, der unsere willentlichen, bewusst ausgeführten Bewegungen steuert) zuständig, sondern andere, tieferliegende Hirnschichten, die sich unserem Bewusstsein gewöhnlich entziehen: hier sind Gewohnheiten und Reflexe gespeichert - und zwar auch solche, die von Gefühlen ausgelöst werden. Die Grenze zwischen Körper und Seele verschwimmt dabei. Wenn wir zum Beispiel erschrecken, ist das nun ein seelischer oder ein körperlicher Vorgang? Wenn wir abends gestresst von der Arbeit kommen, ist das ein körperliches oder ein seelisches Empfinden? Man wird es nicht trennen können, denn es ist beides. Sowohl beim Erschrecktsein als auch beim Gestresstsein haben unsere unbewussten Hirnareale ohne Zutun unseres Bewusstseins Muskeln angespannt, und wir fühlen uns so oder so unangenehm. Kommt es immer wieder zu Schreck oder Stress, entstehen Dauerkontraktionen in der Muskulatur, die notwendige Entspannung unterbleibt. Nach und nach gräbt sich ein unbewusstes Verspannungsmuster im Gehirn ein. Äußerlich ist dieses Muster meist an der Haltung des Betreffenden sichtbar. Bei Schreck, Angst oder Sich-Nicht-Zutrauen, bei allem, was uns in uns selbst zurückziehen lässt, entsteht schließlich eine gebeugte Haltung. Das heißt, dass vor allem die Bauch und Brustmuskeln chronisch angespannt sind. Meist wird eine solche Haltung für ein Zeichen von Schwäche oder 'Sich-Gehen-Lassen' gehalten. Dies ist jedoch keineswegs der Fall, wovon man sich leicht durch Berühren der betreffenden Muskelpartien überzeugen kann. Das künstliche "halte dich gerade!" (das im allgemeinen als Gegenmittel eingesetzt wird) hat nur zur Folge, dass der Verspannung vorne noch eine Verspannung der Rückenmuskeln entgegengesetzt wird - somit ist der Betreffende nun doppelt verspannt. Hilfe kann nur durch eine Lockerung der Bauch- und Brustmuskulatur kommen.

Auch "Brust raus - Bauch rein!" ist keine gute Haltung. Wir züchten uns damit im Gegenteil Kreuzschmerzen und Atemprobleme.

Bei Stress, bei Leistungsdruck, immer wenn wir uns innerlich wappnen, standhalten, uns behaupten - kontrahieren wir unwillkürlich die Rückenmuskulatur und die Streckmuskulatur in den Oberschenkeln. Es entsteht eine Hohlkreuzhaltung mit durchgedrückten Knien. Auch ein Hohlkreuz ist also - wie jede andere Fehlhaltung etwas, das wir (wenn auch unbewusst) tun, nicht etwas, das wir haben. Daher ist es auch erlernbar, es nicht mehr zu tun, das heißt, die Muskeln nicht mehr so anzuspannen. Unfälle, einseitige Verletzungen, Operationen und andere traumatische Ereignisse führen zu unwillkürlichen Schonhaltungen, die uns mehr nach einer Seite geneigt oder verdreht sein lassen und entsprechende Belastungen für bestimmte Gelenke darstellen. Wie die beiden anderen Schutzhaltungen wird auch diese als Dauerkontraktion der Muskulatur beibehalten - auch wenn der Auslöser, zum Beispiel das gebrochene Bein, längst vorbei ist. Schließlich können wir uns auch durch ,,dumme Angewohnheiten", allgemeinen Bewegungsmangel, wie auch meist berufsbedingte Fehlhaltungen Dauerkontraktionen der Muskulatur beibringen, die sich dann durch Schmerz bemerkbar machen. So sitzen beispielsweise viele vorübergebeugt mit abgewinkeltem Nacken etliche Stunden am Tag vor dem Computer und wundern sich dann, wenn ihnen abends der Nacken oder sogar der ganze Rücken schmerzt. Auch hier könnte man natürlich ein HWS-Syndrom konstatieren.

Bewegen und spüren heißt die Devise.

Das Tückische an all diesen - wie auch immer entstandenen - Fehlhaltungen ist, dass ihre Entwicklung unmerklich vor sich geht, und dass sie sich für den Träger als absolut "richtig" und "gerade" anfühlen. Die Betroffenen haben keine Ahnung davon, dass sie einen Teil ihrer Muskulatur chronisch angespannt halten. Sie merken nur irgendwann, dass ihnen der Rücken, die Knie, die Schulter, der Nacken, die Hüfte oder etwas anderes schmerzt. Denn es ist - um mit Thomas Hanna zu sprechen - eine "sensomotorische Amnesie" entstanden. Das heißt, der bewusste Teil des Gehirns weiß nicht mehr, wie bestimmte Muskeln sich anfühlen oder bewegen lassen. Unbewusst dauerkontrahierte Muskeln sind nämlich im Alltag aus der Bewegung ausgeschlossen, wodurch andere Muskeln überstrapaziert werden. Dies wiederum ist eine Quelle von Schmerzen. So werden zum Beispiel statt des Schultergürtels nur noch die Arme bewegt oder statt des Beckens nur noch die Beine. Schließlich versteift allmählich die gesamte Rumpfmuskulatur, und es werden mühsam nur noch die Extremitäten bewegt.

Das ist der Zustand, der dann gewöhnlich für "das Alter" gehalten wird: Unbeweglichkeit und Schmerz.

Tatsächlich hat man nur, je älter man wird, auch um so mehr Gelegenheit, sich solche Dauerkontraktionen zuzulegen, zumal, wenn man einer Rollenerwartung folgend mit zunehmendem Alter in Unbeweglichkeit verfällt. Schmerz und Unbeweglichkeit steigern sich schließlich gegenseitig in die Höhe. Nicht selten bilden sich an den Hauptverspannungsstellen sogenannte "Myogelosen", punktuelle Verhärtungen in der Muskulatur und im Bindegewebe, die mit - geübten - Fingerspitzen tastbar sind. Sie sind sehr druckschmerzhaft und veranlassen ihrerseits wiederum die Muskulatur zur Kontraktion. Bei mikroskopischer Analyse dürften sich hier nicht selten Stoffwechsel-Abfallprodukte eingeschlossen finden. Myogelosen bilden sich häufig im Anschluss an Prellungen, oder wenn ein Muskel längere Zeit ungenügend oder gar nicht bewegt wurde, z.B. bei Fehlhaltungen oder auch, wenn ein Arm oder Bein längere Zeit in Gips war. Dadurch wird auch die lokale Durchblutung und Ver- und Entsorgung des Gewebes schlechter. Häufig kann man von außen kalte Stellen fühlen. Es ist dann eine strukturelle Veränderung des Muskels erfolgt.

Die gute Nachricht: Gegen all diese Schmerzustände lässt sich etwas unternehmen.

Sie müssen keinesfalls als Schicksalsschläge, Alters- oder Abnutzungserscheinungen ertragen werden. Man braucht sie auch nicht operieren oder die betroffenen Gelenke durch künstliche ersetzen lassen. Was aber kommt als Behandlung in Frage? Als Leser dieser Zeitschrift werden Sie vielleicht zunächst an eine Ernährungsumstellung denken. Das kann tatsächlich in manchen Fällen helfen, wenn sich zum Beispiel Kalk oder Harnsäureablagerungen gebildet haben. Nur leider beseitigt das, wie viele Rohköstler an sich leidvoll festgestellt haben werden, oft nicht alle Schmerzen.

Eine Fehlhaltung verschwindet nicht durch Ernährungsumstellung.

Diese muss durch eine Bewegungsumstellung ergänzt werden. Selbst die Myogelosen und Stoffwechselrückstände lösen sich oft nicht allein durch bessere Ernährung. Vielmehr haben sich oft solche Verhärtungen und Gewebeverklumpungen gebildet, dass man äußerlich nachhelfen muss. Zwar sind normale Massagen hierbei unwirksam, doch kann man durch (schmerzhafte) punktuelle Druckmassagen die Verhärtungen auflösen. Dadurch lassen sich strukturell, peripher bedingte Muskelkontraktionen beseitigen.

Bei den - wie auch immer entstandenen - Fehlhaltungen handelt es sich dagegen um funktionell, zentral bedingte Störungen. Sie lassen sich am besten durch gezielte Bewegungen, Entwicklung von Körperbewusstsein und Haltungsumlernen auflösen. Dabei geht es nicht wie im Leistungssport darum, möglichst viel, möglichst schnell, möglichst weit zu bewegen, sondern möglichst konzentriert, gezielt und langsam genau die Muskeln zu bewegen, die man sonst unbewusst in Dauerkontraktion hält. Hierfür eignet sich besonders "Hanna Somatics"; eine Körpertherapie, die aus USA kommt und in Deutschland leider [noch] nicht weit verbreitet ist.

Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der Feldenkraismethode. Thomas Hanna, der Begründer der Methode, geht von folgenden neurophysiologischen Überlegungen aus: Wenn bei einem Menschen Muskeln unwillkürlich verspannt sind, kann er sie nicht bewusst entspannen. Wenn ich ihm sagen würde: Diese Muskeln sind doch viel zu hart, lockern Sie sie doch! so würde er mich nur fragend anschauen: ja, wie denn?. Auch bewusstes Dehnen des unbewusst zu kurz gehaltenen Muskels (was in der traditionellen Krankengymnastik viel versucht wird) hat wenig Sinn. Denn dabei versuchen wir, mit unserem bewussten Bewegungssystem gegen die unbewusste Anspannungshaltung anzugehen: ein Kampf, den wir immer verlieren werden. Man kann dem Schmerzgeplagten aber den betroffenen Muskel zeigen, diesen fühlbar machen, ihn seine Bewegungsmöglichkeiten veranschaulichen und ihn dazu veranlassen, den Muskel zunächst noch stärker zu verkürzen und ihn dann allmählich mit Hilfe des Therapeuten immer weniger anzuspannen, bis er schließlich entspannt ist. Hierzu werden in der Einzelbehandlung hauptsächlich sogenannte "pandiculations" durchgeführt, bei denen der Klient spüren lernt, was sein Muskel gerade tut, indem ihm der Therapeut exakt dosierten Gegendruck gibt. Dadurch lernt er, die sensomotorische Amnesie zu überwinden, den Muskel wieder bewusst zu beherrschen - und ihn damit auch zu entspannen. Dieses Wiedererlernen der bewussten Steuerung der Muskulatur wird als ausgesprochen wohltuend empfunden.

In vielen Fällen erweist sich eine Kombination der beiden Verfahren (Hanna Somatics und Myogelosen-Massage) am wirkungsvollsten. Damit schwindet der Schmerz und der Betroffene fühlt sich insgesamt wohler und wird beweglicher. Da ein verspannter Muskel sich selbst und die nachfolgenden Muskeln in der Durchblutung und Durchlymphung behindert, indem er die Gefäße abklemmt und beengt, bewirkt eine Deblockierung gleichzeitig eine bessere Durchblutung und Durchlymphung. Der Betroffene spürt, dass die behandelte Gegend sich wärmer, weiter, weicher, lebendiger anfühlt. Man geht mit den beiden Methoden alle am unbewussten Verspannungsmuster beteiligten Muskeln durch (und nicht nur diejenigen, auf die sich der Schmerz konzentriert), um so das gesamte Verspannungsmuster im Muskel und im Gehirn aufzulösen und ein neues schmerzfreies Bewegungsmuster aufzubauen. Später erlernt der Klient (angenehm auszuführende) spezifische somatische Übungen, die man während und nach der Behandlungszeit zu Hause ausführt, und lernt schließlich, auch die Alltagsbewegung entsprechend umzustellen (beispielsweise wieder richtig zu laufen, zu atmen, zu sitzen).

Man lernt, wieder zu spüren, was man tut. Dadurch bleiben Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und Wohlbefinden auf Dauer erhalten, zumal man sich dann insgesamt wieder mehr bewegt, weil es wieder mehr Spaß macht. Die ganze Prozedur dauert meist nur etwa 10 Behandlungsstunden, die in wöchentlichen Abständen absolviert werden (individuell natürlich unterschiedlich). Die aktive Mitarbeit des Klienten ist eine Grundvoraussetzung dabei. Viele tun das aber auch sehr gerne, denn es ist sehr interessant, seinen eigenen Körper kennen zu lernen, viel interessanter, als sich eine Spritze verpassen zu lassen. Damit wird - ganz ohne Apparate und Chemie - Schmerz in jedem Alter heilbar, Beweglichkeit und Lebensfreude in jedem Alter möglich.

Weitere Informationen:
Körpertherapie-Zentrum Dr. Helga Pohl
Orthopädiezentrum Augsburg

Literatur:
Feldenkrais, Moshe: Body and Mature Behaviour,
Hanna, Thomas. Beweglich sein - ein Leben lang, Kösel, München, 1989.

Alternative: Integration der Körperstruktur durch Rolfing


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